Bye-Bye, Facebook

Auf ausgestiegen.com kann man sich von sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, MySpace, Xing und anderen verabschieden. Und nie wieder kommen.

Früher oder später, dachte man, wäre wohl jeder Mensch auf diesem Planeten über seine Profilseite anklickbar. Und während noch Pädagogen, Psychologen und Frank Schirrmacher mit seinem Buch Payback auf allen Kanälen vor den Gefahren des digitalen Zeitalters warnen, erklären es manche bereits, in der Stille ihres Privatlebens, für beendet.

Es sind aber nicht nur einzelne, die sich von diesen Netzen verabschieden, ganz im Gegenteil, es kommt zu großen Kohortenverschiebungen:

In Großbritannien ist dieses Jahr der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an den Facebook-Nutzern insgesamt zum ersten Mal nicht mehr gestiegen, sondern leicht gesunken […]. In Amerika [sollen] trotz insgesamt weiterhin steigender Benutzerzahlen […] 20 Prozent weniger Schüler und Collegestudenten als noch im Jahr zuvor in Netzwerken tatsächlich aktiv gewesen sein. […] Für Jugendliche dürfte ein virtueller Treffpunkt spätestens dann out sein, wenn Mama und Papa einem dort mit einer Freundschaftsanfrage auflauern.

Und ein Punkt, der die Trennung bei Facebook ganz besonders schwer macht, ist lächerlich:

Klickt man bei den Kontoeinstellungen auf „Deaktivieren“, heißt es tränenschwer: „Deine 120 Freunde können dann nicht mehr mit dir in Kontakt bleiben.“ Darunter erscheint eine Auswahl der Freunde mit Bild. „Thomas wird Dich vermissen“, blinkt es einen an. „Julia wird Dich vermissen“. Die Armen!

Wenn allerdings Thomas drei Zimmer weiter tagein, tagaus auf demselben Flur sitzt, könnte er auch einfach vier Schritte laufen, sollte er einen denn wirklich vermissen. Und Julia trifft man, wie vor Beginn der Netzwerk-Ära, alle zwei Jahre auf einer Party bei gemeinsamen Freunden.

Die Zitate stammen vom ZEIT ONLINE-Artikel „Soziale Netzwerke: Bye-Bye, Facebook„.

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