Darüber, wie Uber seine Fahrer kontrolliert, habe ich vor kurzem erst geschrieben. Ich habe vor längerem auch darüber geschrieben, dass die Einschränkung von Antwortmöglichkeiten durch eine übergeordnete Instanz auch nichts anderes ist als Zensur. Und dann sehe ich heute auf Twitter das:

Obwohl sich herausgestellt hat, dass das Donut-Posting von einem Satire-Account stammt, ist die Verzweiflung der Person, darauf nicht adäquat reagieren zu können, echt und das Problem offensichtlich.

Wenn ich mir ansehe, wie auf Einträge reagiert werden kann (Gefällt mir, Love, Haha, Wow, Traurig oder Wütend) oder welche Möglichkeiten Facebook zum Schlussmachen, zum Sterben oder bei Katastrophen anbietet, und wie sich daraus Denkweisen und Handlungen offline ableiten, dann…

Facebook hat, wie ich soeben entdeckt habe, eine Schluss machen-Funktion. Der Konzern will uns, die wir uns soeben von unserem Partner oder unserer Partnerin getrennt haben, dabei helfen… Ja, wobei eigentlich? Denn die Auswahl der Tools, die der Konzern uns anbietet, ermöglicht bestenfalls, was beleidigte Teenager (oder wirklich blöde Menschen) tun würden:

See less of a former partner’s name and profile picture around Facebook without having to unfriend or block them. Their posts won’t show up in News Feed and their name won’t be suggested when people write a new message or tag friends in photos. […] Limit the photos, videos or status updates that a former partner will see. […] Edit who can see their past posts with a former partner and untag themselves from posts with that person.

Mit diesen faszinierenden Möglichkeiten steht der Trennung also nichts mehr im Wege. Was unsere Eltern und Großeltern noch tun mussten – Rückzug, Gespräche mit Freunden, Reflexion, Nachdenken, Lernen, mit der Situation umzugehen – bleibt uns dank Facebook erspart. Bei uns kümmert sich nämlich ein Algorithmus darum, dass wir vom ehemaligen Partner oder der ehemaligen Partnerin ungestört unsere Zeit auf Facebook verbringen können. Und wenn der Algorithmus nicht reicht, dann natürlich die vielen Therapiezentren, Beziehungs- und Trauerkonsulenten, die wohl häufiger als sonst in den eingeblendeten Werbungen auftauchen.

Ein Mac-User hat gemessen, wie lange „Archive Utility“ (das ist das ZIP-Programm in macOS) benötigt, um 25 kleine GZ-Dateien zu extrahieren. Und danach, wie lange die gleiche Aktion durch einen Aufruf über die Kommandozeile (im Terminal: gzip -d -k *.gz) dauert.

Die Ergebnisse sind verrückt. Terminal ist 984,6 Mal schneller.

The end result is that users think they have a slow machine–„it took over 12 seconds to expand 25 tiny little archives!“–when what they really have is a horrendously slow GUI interface to a super fast task. Just how fast is the task, if the GUI doesn’t get in the way? […] it’s nearly instantaneous–press Return, and the files are expanded. Unix actually gives us a way to see exactly how fast it is, via the time command: […] 0.013 seconds.

Noch einmal, in eigenen Worten: Das Dekomprimieren von 25 GZ-Dateien dauert aufgrund des visuellen Feedbacks (denn ein echtes GUI ist das nicht) nahezu 13 Sekunden, während die gleiche Aktion über die Kommandozeile ausgeführt lediglich 13 Millisekunden benötigt.

Der Trailer zu The Circle ist online. Hoffentlich wurde Dave Eggers Buch adäquat verfilmt. Ob es dem Film gelingt, die im Buch vorherrschende Stimmung von Unbehagen und Faszination wiederzugeben und dabei trotzdem eine Szenerie zu erzeugen, die zwischen Black Mirror, The Social Network und Mr. Robot mäandriert, werden wir noch sehen.

Und hoffentlich habe ich nur einen falschen Eindruck durch den kurzen Trailer gewonnen, aber es wäre schade, wenn eine der Kernkomponenten des Buchs, nämlich die Beziehung der Hauptperson Mae Holland zu den Drei Weisen und ihrer ehemaligen Studienkollegin Annie, dadurch zerstört wird, dass Emma Watson Emma Watson und nicht Mae Holland spielt. Die wenigen Szenen, die im Trailer zu sehen sind, deuten leider darauf hin.

Das Uber-Geschäftsmodell lässt sich in etwa so zusammenfassen: Subventionen sollen die vorhandene Transportinfrastruktur stören und zur Bildung eines gewinnbringenden Ökosystems führen. Ist das System aufgebaut (und die vorher vorhandene Transportinfrastruktur ausgetrocknet), dann wird die de facto Monopolstellung des Taxiunternehmens zur natürlichen Erhöhung der Preise und damit zur Profitabilität führen.

Es sieht aber keinesfalls rosig für Uber aus, denn im nunmehr fünften Jahr gibt es noch immer kein Plus. Uber subventioniert jeden Fahrgast mit etwa 59% der Fahrtkosten.

For the year ending September 2015, Uber had GAAP losses of $2 billion on revenue of $1.4 billion, a negative 143% profit margin. Thus Uber’s current operations depend on $2 billion in subsidies, funded out of the $13 billion in cash its investors have provided. Uber passengers were paying only 41% of the actual cost of their trips; Uber was using these massive subsidies to undercut the fares and provide more capacity than the competitors who had to cover 100% of their costs out of passenger fares. Many other tech startups lost money as they pursued growth and market share, but losses of this magnitude are unprecedented; in its worst-ever four quarters, in 2000, Amazon had a negative 50% margin, losing $1.4 billion on $2.8 billion in revenue, and the company responded by firing more than 15 percent of its workforce. 2015 was Uber’s fifth year of operations; at that point in its history Facebook was achieving 25% profit margins.

Jeder Uber-Fahrgast fährt also auf Kosten der Uber-Aktionäre. Was für ein Gedanke.

Der Psychologe Michal Kosinski entwickelt eine Methode, mit der Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook und aufgrund ein paar weniger, zusätzlicher Eingaben, präzise kategorisiert werden können. Cambridge Analytica, eine Firma spezialisiert auf die Auswertung großer Datensammlungen, das Erstellen von Profilen nach dem OCEAN/CANOE-Modell, und die aus der Kreuzung dieser Daten resultierenden Empfehlungen für hochpersonalisierte Marketingmaßnahmen hat damit die Brexit-Kampagne und die Wahl in den USA beeinflusst.

aus durchschnittlich 68 Facebook-Likes [kann man über einen User vorhersagen], welche Hautfarbe er hat [Treffsicherheit: 95%], ob er homosexuell ist [88%], ob Demokrat oder Republikaner [85%]. Aber es geht noch weiter: Intelligenz, Religionszugehörigkeit, Alkohol-, Zigaretten- und Drogenkonsum lassen sich berechnen. […] 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner.

Dass in so einer Methode enormes Potential für Marketingmaßnahmen steckt, liegt auf der Hand. Ergänzt man sie um zugekaufte Daten wie Grundbucheinträge, Bonuskarten, Wählerverzeichnisse, Mitgliedschaften in diversen Clubs, Zeitschriftenabonnements und medizinische Daten, dann bildet sich ein Pool von etwa 5.000 Markern für jede einzelne Person in einem Zielmarkt. Mit so einem Datenschatz als Grundlage können Marketingmaßnahmen punktgenau abgesetzt und die OCEAN/CANOE-Faktoren gezielt angesprochen werden. Auf Demografien oder anderen, nicht personalisierten Werten basierende Kampagnen, sind im Vergleich dazu „eine lächerliche Idee“, meint Alexander Nix im oben eingebetteten Video ungeniert.

Der Artikel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ ist mehr als lesenswert, vor allem, weil er auf die kommerzielle Verwertung von Kosinskis Methode, Big Data mit Psychometrie zu kreuzen, eingeht und zeigt, wie aus einer psychologischen Analysemethode eine Möglichkeit zur Wahlbeeinflussung wurde.

Während der Lektüre empfiehlt es sich aber, den gesunden Menschenverstand nicht auszuschalten und der Faszination für Prädiktionstechnologien nicht kritiklos zu verfallen. Fast möchte man meinen, Cambridge Analytica wäre für den Ausgang einer Wahl verantwortlich; das ist aber zu weit gegriffen und entspricht nicht den Erfahrungen der Wahlkampfteams. Während der Cruz-Kampagne scheint Cambridge Analytica nicht geliefert zu haben, was versprochen wurde, und es stellte sich schnell heraus, dass Statistik und Analyse nicht allzu viel bringen, wenn das politikwissenschaftliche und kulturelle Hintergrundwissen für amerikanische Politik fehlt. Overpromised and underdelivered? Oder doch einfach nur Tech-Bullshit?

Tschernobyl hat eine neue Hülle, das „New Safe Confinement“, bekommen. Die Konstruktion ist riesig: 108 Meter hoch, 162 Meter lang, 257 Meter Spannbreite. Sie ist 36.000 Tonnen schwer, soll 100 Jahre lang halten, Temperaturen von -43°C bis 45°C und Tornados mit bis zu knapp 300 km/h aushalten können, hat 1,5 Milliarden Euro gekostet und ist das größte bewegliche Bauwerk der Welt. Es ist allein schon wert, sich anzusehen, wie die Konstruktion errichtet und in Position gebracht wurde.

Doch Lösung ist das keine:

In den Medien wird das Konstrukt häufig Sarkophag genannt, wie der bisherige Notfallsarg. Dieser Begriff ist unpassend, da irreführend. Er suggeriert, Tschernobyls Reaktor werde für immer beerdigt. Dabei markiert die neue Ummantelung bloß den Anfang eines auf Jahrzehnte angelegten Rückbauprozesses, von dem bislang unklar ist, wie er genau aussehen wird. Ein Kransystem, mit dem sich erste Schichten von Geröll und Bauteilen abtragen lassen, ist bereits installiert. Durch eine Schleuse werden Arbeiter die Halle unter der Hülle betreten können. Viel können sie derzeit allerdings nicht tun. Die große Hoffnung: In naher Zukunft entwickeln Ingenieure Technologien, um den radioaktiven Abfall zu beseitigen.

Wir haben Zeit gewonnen, mehr nicht.

Armin Wolf verweist auf Twitter auf einen Artikel auf Facebook, in dem der ORF einen kurzen Faktencheck zum Thema ORF-Gebühren veröffentlicht hat. Die Kommentare sind (leider: wie zu erwarten) jenseits von Gut und Böse und die Argumente des ORF rechtfertigend genug.. (Und ich gratuliere der Social Media-Betreuung, denn diese Geduld muss man erst mal aufbringen.)

Was mir aber am meisten gefällt und den Punkt Medienfokus ganz besonders hervorstellt, ist die Tatsache, dass Armin Wolf auf Twitter auf einen ORF-Beitrag auf Facebook verweist.

Und die Versprechung billigen Taxifahrens bringt ein neues Opfer. Die neue Version der Uber App zeichnet Ortsdaten länger auf als geglaubt.

Previously, Uber only collected location information while a user had the app open – now, Uber asks users to always share their location with the ride-hailing company. […] Uber says that, even though it can harvest your location constantly while its app is running in the background on your phone, it won’t use that capability. […] Specifically, Uber wants access to a rider’s location from the moment she requests a ride until five minutes after the driver drops her off, even if the app is not in the foreground of her phone. Previously, Uber would not collect a rider’s background location during the trip, or her location after drop-off.

Wieder einmal müssen die Konsumenten darauf vertrauen, dass das alles auch wirklich so ist, wie der übermächtige Konzern sagt.

Das Thema Vertrauen zieht sich ja wie ein roter Faden durch alle gegenwärtigen Angebote: Wir vertrauen Facebook, dass unsere Daten sicher sind. Wir vertrauen Gmail, dass unsere Daten sicher sind. Wir vertrauen

Die New York Times hat seit 1959 an Fidel Castros Nachruf geschrieben. Der Artikel über den Nachruf gibt einen guten Einblick in die Erwartungshaltungen der Journalisten und den technologischen Fortschritt, dem die New York Times (und damit jedes Verlagshaus) ausgesetzt war.

Shreeya Sinha:

The development of the Castro obituary is as legendary as the man himself. Countless colleagues — spanning many different technologies and platforms — have massaged it and passed the baton. Each of the many death scares gave us the opportunity to dust off the package and reassess our digital strategy based on ever-changing audience consumption habits and storytelling tools.

Hamilton Boardman:

One piece that didn’t make it into this weekend’s digital coverage was a four-part, 20-plus-minute-long audio slide show on Mr. Castro’s life. […] With over 80 photos and several audio files, the slide show was managed with a custom-made program called “configurator” that lived on a single, aging Macintosh in a windowless room on the ninth floor of the Times building. […] Though much of the material appeared in other forms in our coverage of Mr. Castro’s death over the weekend, the audio slide show was itself lost to history sometime around 2009 when that old Macintosh was decommissioned.

Ich habe meine Seite „Guter Kaffee in Wien“ aufgeräumt, sehr viele Coffeeshops entfernt und die verbliebenen ein wenig umsortiert. Aus der Unterteilung in Bezirke wurde eine Unterteilung in drei Qualitätsstufen. Das macht, glaube ich, mehr Sinn.

Entfernt habe ich die folgenden Lokale:

  • Vienna School of Coffee (das Original). Den kultigen Samstag mit der Wiener Kaffeerunde gibt es nicht mehr.
  • Baristarie. Mich wundert, dass die überhaupt noch drinnen war.
  • Rochus. Was dort ausgeschenkt wird, ist in Ordnung, aber nicht speziell.
  • Freiraum. siehe Rochus.
  • Beans. Kein Specialty Coffee oder sonst besonderer Kaffee, sondern abgepackter Industriekaffee.
  • Wakeup Espressomaschinen. Kein Specialty Coffee oder sonst besonderer Kaffee, sondern abgepackter Industriekaffee.
  • frei_raum DELI. Ich war zulange schon nicht mehr dort und habe nichts gutes darüber gehört.
  • Lilette’s. War nie gut. Ist es noch immer nicht.
  • Alt Wien Kaffee. siehe Lilette’s.
  • Radlager. Der Kult muss gehen, leider. Der Passalacqua Harem war meine Einstiegsdroge. Was dort mittlerweile aber ausgeschenkt wird, ist nicht mehr gut.
  • Emporio del Caffé. Kein Specialty Coffee oder sonst besonderer Kaffee, sondern abgepackter Industriekaffee.
  • ZÅMM Coffee Collective. …weil ich nicht weiß, ob dort überhaupt noch Kaffee gemacht wird.
  • Cafe der Provinz. Vorgemahlener Industriekaffee. Enough said.
  • el café. (…!)
  • Stadtkind. Ich war schon lange nicht mehr dort und man berichtet mir Schreckliches: Mühle und Kaffeemaschine stehen im Raucherbereich!
  • Café EL.AN. Georg Brannys Kaffee, ja, aber sonst nix.

Was nun übrig geblieben ist, ist eine Auswahl der feinsten Kaffeelokale der Stadt. Das ein oder andere Lokal wird im Laufe der Zeit noch hinzukommen (oder entfernt werden), aber alle Lokale der Kaffeeliste sind einen Besuch wert!

Bezahlter Urlaub. Tu felix Austria!

there are […] records […] that [are] surprising, or even downright shocking. Did you know that the biggest whisky-drinkers in the world are… the French? Or that the biggest cheese-eaters are… the Greeks? That nobody consumes more gay porn than… Pakistan? Or that most brazil nuts are produced by… Bolivia? (Brazil itself beats everybody else in sugar production).

Gefunden im genialen Big Think/Strange Maps-Blog. Die Grafik stammt von David McCandless, InformationIsBeautiful.net.

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