COVID-19, Tag 241: <14-Jährige im Infektionsgeschehen

Sonntag, 8. November 2020, Tag 241 der Maßnahmen gegen die Verbreitung zur Eindämmung des Coronavirus. Der Lockdown und die Schulen, das ist ein sehr eigenes Thema. Auf der einen Seite schüttelt der Mikrobiologie Michael Wagner bei so Aussagen wie „Kinder unter 14 sind keine Infektionstreiber“ den Kopf und erwidert, dass das „mehr ein politisches Narrativ“ sei und setzt mit dem Statement nach:

Wenn man sich die Daten anschaut, dann ist es einfach nicht so, dass Kinder unter Vierzehn oder auch unter Zehn keine Rolle im Infektionsgeschehen spielen. […] Kinder unter zwölf Jahren [sind] mindestens so infektiös, in Haushalten, wie Kinder über zwölf Jahren. […] Es gibt als Leitlinie […] in vielen österreichischen Ordinationen den Vorschlag, Kinder unter zehn Jahren gar nicht zu testen und natürlich findet man dann wenig infizierte Kinder. Das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Und dann argumentiert man: „Ja, es sind ja so wenige Kinder infiziert.“

Michael Wagner, ZIB2 am 6.11.2020

Spezifisch auf die Rolle der Schulen angesprochen, kommt dann, was offenbar niemand hier in Österreich hören will:

Schulen spielen sicher eine Rolle im Infektionsgeschehen. Man hat das in Israel gesehen, man sieht’s jetzt in Kanada, wo es viele Cluster gibt, und auch in Österreich infizieren sich SchülerInnen und LehrerInnen natürlich an Schulen. Dem gegenüber steht das Recht auf Bildung und die Bedeutung der Schulen für die Kinder, für die Gesellschaft, auch für die Wirtschaft. Und ich glaube, aus dem Dilemma kommt man nur heraus, indem man Schulen gut schützt.

Nur zwei Tage später, am 8. November 2020, dann dieses Eingangsstatement von Jürgen Pettinger in einem Beitrag über die Ausstattung und die Distance-Learning-Möglichkeiten von Schulen in Wien:

Vollgestopfte Schulklassen in der Unterstufe. Online-Unterricht mit schlechtem Equipment für die Oberstufe. Und Schreiben-Üben am Boden im Schulgang der Volksschule. […] Bis vor wenigen Tagen hatte die Schule nicht einmal distancelearningfähige Computer für die Lehrer.

Jürgen Pettinger, ZIB2 am 8.11.2020

Als dann eine Volksschullehrerin, die im gleichen Beitrag das Thema „digitale Kompetenz“ anspricht, beklagt, dass ihr in der Klasse ein Overhead-Projektor und in der gesamten Schule 2 Beamer und 3 Laptops zur Verfügung stehen, da konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Was läuft da alles schief?!