Slow TV: Trailer zu The Beach

Trailer zu The Beach

Es gibt einen neuen Film mit dem Titel The Beach, in dem nichts passiert, außer dass Zuseherinnen und Zuseher Warwick Thornton, dem Regisseur und einzigen Schauspieler im Film dabei zu sehen können, wie er eine Zeit lang auf einem Strand einer abgelegenen Insel lebt und sich selbst findet, langweilt, Streitigkeiten seiner Hühner schlichtet, mit dem Auto im Kreis fährt oder so kocht, dass man sich wie in einem Haubenlokal fühlt. Der Film scheint bedeutend ereignislos zu sein.

In allen Rezensionen zum Film wird früher oder später das Schlagwort „Slow TV“ genannt, das ich bislang noch nicht im Repertorie meines Blogs hatte, aber aufnehmen werde, weil ich glaube, dass das Zusehen bei lange dauernden und manchmal ziellosen, größtenteils alltäglichen Tätigkeiten etwas ist, das gegenwärtig einen Nerv trifft. Warum das so ist, weiß ich nicht.

Vielleicht sehen wir solche Tätigkeiten in unserem Alltag nicht mehr, brauchen sie aber für unser seelisches Wohlbefinden? Warum sehen wir Kindern beim Spielen zu? Warum Hunden beim Herumtoben mit anderen Hunden? Warum Katzen beim Schlafen? Warum ist es beruhigend, Fischen im Aquarium zuzusehen? Warum gibt es hunderte Videos, in denen Menschen ereignislos durch die Landschaften eines Computerspiels spazieren? Stundenlange Videos von Zugreisen? Von Schiffsfahrten? Von Spaziergängen durch Städte (zum Beispiel Tokyo)? Oder von Flügen?

Im Grunde ist auch Pixel Art nicht viel anders, programmatisch sogar an Ereignislosigkeit geknüpft, wenn ich an Waneellas Maybe we should stay here oder Air (bei letzterem sieht man Blättern beim Herabfallen vom Baum zu!) denke oder an die Entspannung, die ich empfinde, wenn ich auf die Autobahn am Horizont und die dort vorbeifahrenden Autos in Peri-Urban Dusk von Romain Courtois starre?

Slow TV ist ja doch in gewisser Weise schon Thema hier gewesen. Eskapismus oder doch etwas anderes? Wer weiß.