Laufen, der Einstieg

Vor etwas mehr genau einem Jahr* habe ich mit dem Laufen begonnen. Es war kein wirklich geplanter Anfang, sondern mehr ein „es hat sich ergeben.“ Umso erstaunter war ich, wieviel Leidenschaft ich dem Laufen nach kürzester Zeit entgegenbringen würde: Heute ist es für mich nicht nur ein fixer Bestandteil des wöchentlichen Bewegungspensums, sondern eine Notwendigkeit, die mich bisweilen unruhig werden lässt, wenn sie nicht erfüllt wird.

In diesem (und einigen Folgeartikeln) werde ich über meinen Weg von „Laufen ist nichts für mich“ zu „Ohne Laufen geht’s nicht“ berichten. Vielleicht hilft es ja jemandem, einzusteigen und die Fehler, die ich gemacht habe, nicht zu machen.

Woran ich mich zum Beispiel sehr gut erinnern kann, ist diese Video, das ich mir – damals noch im Fitnessstudio am Crosstrainer (das kommt mir heute so blöd vor) – angesehen habe. Es war eines der ersten und bisher das beste, das ich zum Thema „Einstieg ins Laufen“ gesehen habe. Jeder einzelne der hier präsentierten 5 Tipps zum Einstieg ist Gold wert.

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Ausrüstung

Ich habe meine Laufschuhe bei perfekter Beratung im We Move-Store in der Mall Landstraße gekauft. Einmal dort gewesen, einmal die Beratung dort erlebt und man geht immer wieder hin. Ich habe bis jetzt alle meine Laufschuhe dort gekauft. Wer Laufschuhe online kaufen will, kann es gleich sein lassen. Das funktioniert ohne Beratung und Laufanalyse nicht.

Was den Flip-Belt („Hipster Belt“) angeht, so dachte ich, dass mir das sicher nicht ins Haus kommt. Keine zwei Läufe später war ich froh, mir diesen Gürtel gekauft zu haben. Ein großes Smartphone, eventuell Geld, sowie die Schlüssel passen da problemlos rein. Und am besten gefällt mir an diesem Gürtel, dass man ihn beim Laufen nicht spürt.

Nahrung

Im Video wird davon gesprochen, vor dem Lauf eine Kleinigkeit zu essen. Genauso handhabe ich das auch: eine Kleinigkeit. In meinem Fall sind das ein paar Beeren oder eine Banane. Bei längeren Läufen gönne ich mir ab und an auch einen Energy Drink davor. (Der Nachgeschmack ist natürlich ein ganz anderes Kapitel.)

Was mir allerdings nicht gelingt (und in diesem Video vorkommt), ist der „Lauf am Morgen“. Ich habe kein Problem damit, am Abend laufen zu gehen (um 21, 22 oder 23 Uhr), aber dieses Aufstehen um 5:30 Uhr, um dann Laufen zu gehen führt bei mir nicht zu dem, was im Video „Energy for the Day“ genannt wird, sondern zu einer Dauermüdigkeit, die ungut ist.

Apps

Ja, dieser Punkt war mich entscheidend: Welche App sollte ich nutzen, um meinen Lauffortschritt aufzuzeichnen oder um einem Plan zu folgen. Nach vielen Tests, auch inklusive der jeweiligen Premium- oder Pro-Versionen, bin ich überzeugt, dass Runtastic, nunmehr „Adidas Runners“ die aktuell beste App ist, die man fürs Laufen nutzen kann. (Ich habe Strava eine sehr gute Chance gegeben, sich zu beweisen, aber wenn ich mir beispielsweise die Trainingspläne ansehe, die in Runtastic, äh, Adidas Runners, ein integraler Bestandteil der Applikation sind, in Strava lediglich eine Art billiger Newsletter, dann ist ohnehin schon alles gesagt.) Außerdem fühlt sich Runtastic mehr wie eine dem Sport gewidmete App an, Strava hingegen wie ein Facebook für Sportler. Mich interessiert ersteres, letzteres stört mich mehr als es mir nützt.

Ich habe mit dem Runtastic-Anfängerplan zu laufen begonnen und bin ihm, inklusive Datum und exakter Kontrolle, auf Punkt und Beistrich gefolgt. Das hat Wirkung gezeigt.

Pace

Pace ist die Laufgeschwindigkeit, gemessen in Minuten pro Kilometer. Viele Läuferinnen und Läufer starten viel zu schnell und verlieren innerhalb kürzester Zeit die Energie, die sie für die letzten Minuten ihres aktuellen Plans benötigen. Und genau darin liegt das Geheimnis einer „guten“ Pace: Oft ist dieser Wert höher als man sich das erwartet, oft wirkt dieser Wert demotivierend, weil man sich andere Werte vorstellt. Was nicht ganz so klar ist: Dieser Wert verbessert sich, wenn er hoch bleibt. Was bedeutet das? Je länger ich langsam laufe, desto besser, schneller und/oder weiter kann ich nach einiger Zeit laufen. Das macht für Anfänger vielleicht noch keinen Sinn und lässt sich ohne, dass man es selbst am eigenen Körper erfahren hat, auch kaum nachvollziehen, aber wer schon einmal ein halbes Jahr laufen war, wird diese Worte verstehen. In aller Kürze: Fang langsam an und bleibe langsam! Je schneller man am Anfang läuft, desto geringer ist der Erfolg. Laufen hat einen stetig ansteigenden Leistungspegel. Der steigt aber nicht an, weil man schnell ist, sondern, weil man Ausdauer erhält.

Dieses Langsame ist komplett gegen den Trend. HIIT und andere Workouts, die nichts anderes tun, als den Puls in ungeahnte Höhen zu drängen und dabei versprechen, ein Workout in wenigen Minuten ableisten zu können, sind genau das Gegenteil von dem, was Laufen ist. Laufen ist langsam, stetig und ohne Eile. Wer meint, dass es das Gleiche ist, mit 20 km/h 10 Minuten lang zu laufen oder mit nur 8 km/h 30 Minuten, der kann gleich aufhören.

Mit diesen motivierenden Worten schließe ich diesen Beitrag. Aber es geht weiter, keine Sorge!

* Zum Veröffentlichungsdatum: Dieser Artikel wurde am 2. Juni 2020 geschrieben, aber mit 13.5.2019 datiert. Ich habe beschlossen, die Beiträge zum Thema so auf meiner Seite zu präsentieren, als ob sie live geschrieben worden wären. Das Format des „Echtzeitrückblicks“ hat was, das ich solange ausprobieren werde, bis ich mit den aktuellen Ereignissen auf gleich bin.