Der intellektuelle Prolet 7

Wie tut es doch gut, aus der Heimat zu hören, dass alles beim Alten geblieben ist! Ich selbst vertiefe mich in die Werke der italienischen spätromantischen Literatur, höre viel Mozart und Vivaldi und kotze regelmäßig das Klo voll. Auch sonst geht’s mir grosso modo gut.

Heute um 11 aufgestanden. Dann, das erste Ärgernis, bemerkt, dass der Japaner den Mist seit drei Tagen im Kuebel anhäuft und sich denkt: Soll doch der blöde Wiener machen. Der blöde Wiener nimmt den Mistsack und, statt (wie es die einzig angemessene Reaktion wäre) ihn dem Sushi-Meister über den Schädel zu stülpen, trägt ihn hübsch artig zur Tonne vor dem Haus. Es nieselt. Der Bus braucht eine halbe Stunde, bis er die Station verlässt (der Busfahrer muss erst mal mit seinen Kumpanen über die letzte Fussballrunde reden). Es regnet heftiger. Rechts vorne sitzt ein schoenes Paar Brüste, mit einem netten Gesicht oben dran. Ich grinse in die verschmierte Fensterscheibe und sehe der Stadt beim Aufblühen zu. Mein Teint ist erbarmungswürdig. Drauf geschissen! Ich taumle aus dem Bus und hinüber ins Internet Cafè bei Barberini… ja, und da sitz ich jetzt noch immer, statt die Bibliothek heimzusuchen. Irgendwie keine Lust. Heute Abend ist nämlich wieder ein Abendessen mit anschliessendem Trankopfer geplant!

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