Unsere Erde – Der Film

Ich bin mit großen Erwartungen, dennoch nicht ganz überzeugt ins Kino gegangen. War „Unsere Erde – Der Film“ (Englischer Originaltitel: Earth) ein interessanter Naturfilm? Waren es beeindruckende Bilder? War es, was Website und Gerüchte versprochen haben: etwas ganz Besonderes? Ich sollte nicht enttäuscht werden! Alle Spezialaufnahmen aus dem Trailer wurden in den ersten zwei Minuten gezeigt, es musste also mehr kommen. Und ja, es kam mehr und Besseres! Und das auf einer ganz anderen Ebene als ich mir erwartet hatte: Gezielt gesetzte Rahmenhandlung, schockierende Tatsachen inmitten actiongeladener Höhepunkte, völlige Verkehrung meiner Wahrnehmung von „Biologie“ – all das gezeigt in spektakulären Aufnahmen.

Wie dämliches Gerede kommt einem der Biologieunterricht aus Schulzeiten vor. Natur, dieses Etwas, das uns umgibt, das wir sind, wird in einer Intensität dargestellt, die uns wohl kaum ein anderer Film in 99 Minuten zeigen könnte. Von wegen friedfertig, von wegen „wild“ (pejorativ), von wegen eklig oder schmutzig: Geburt, Erziehung, Jagd, Altern und Tod — die einzig relevanten Themen allen Lebens — werden auf der Leinwand aufbereitet und in teils dramatischen und mitreißenden Szenen und gewaltigen Bildern gezeigt. Ausnahmslos alle im Kino saßen gespannt in ihren Sitzen als wir aus der Vogelperspektive die Jagd eines Wolfs auf ein junges Karibu verfolgten. Alle lachten als ein Vogelmännchen seinen Tanz aufführte und der Soundtrack des Films die Szene mit Jazz untermalte, erleichtert atmeten wir auf als die Elefantenherde endlich das Flussdelta erreichte und es wurde still im Saal als der Film das Elefanten-Junge zeigte, das den Spuren seiner Mutter folgte — jedoch in die falsche Richtung! Wir wurden Zeuge davon wieviel Glück in einer erfolgreichen Flucht vor dem Jäger stecken kann und wie graziös und fast schon elegant die Natur mordet.

„Unsere Erde – Der Film“ ist ein mitreissender und aufwühlender Film, der einen Querschnitt über die Gewalten dieses Planeten in all seinen Formen gibt. Wer nicht genug bekommt, kann sich auf der Website zum Film noch viel mehr Informationen über den Film und seine Entstehung oder über Fragen zur Biologie selbst holen. Die Making-Ofs sind äußerst empfehlenswert, schaffen sie doch eine gewisse Nähe zu den Menschen hinter der Kamera. Alles zusammengenommen und bewertet: Drei von drei Sternen für diesen genialen Film!

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