Onavo-VPN überträgt Daten an Facebook

Facebook nutzt die Daten des zugekauften VPN-Anbieters Onavo, um Konkurrenzangebote frühzeitig erkennen zu können.

Das Wall Street Journal hat herausgefunden, dass der ursprünglich israelische VPN-Anbieter Onavo sehr genau analysiert, was seine Nutzer im Internet tun und über seine Server leiten. Und dass von den daraus gewonnenen Erkenntnissen vor allem ein Unternehmen profitiert: […] Facebook bekommt über Onavo Informationen auch über Menschen, die gar nicht Mitglied des sozialen Netzwerks sind. Mehr als zehn Millionen Menschen haben allein die Android-Version der kostenlosen App installiert. Vor allem aber bekommt Facebook auf diesem Wege frühzeitig Einsicht in die Nutzung von Konkurrenzangeboten wie Snapchat oder aufstrebenden Start-ups wie Houseparty. Die kauft oder kopiert Facebook dann zu Tode, bevor sie eine Nische besetzen, in die auch Facebook will.

Die Nutzung eines kommerziellen VPNs basiert auf dem Vertrauen des Kunden in die Versprechen des Anbieters. Wenn der aber den Datenschutz übernehmen soll, wird’s brenzlig, denn dann ist das Vertrauen das Geschäftsmodell. Im Fall Onavo findet sich der Hinweis, „dass personenbezogene Daten für verschiedene Zwecke an Dritte, darunter Facebook, übertragen werden, […] nur in der Datenschutzerklärung […] die natürlich kaum jemand liest. Nicht einmal in den Frequently Asked Questions (FAQ) auf der Website steht irgendetwas von Facebook.“

Mich wundern solche Praktiken nicht einmal mehr. Und sie sind es auch, die zB TunnelBear zu einem externen Audit bewogen haben. Es gibt sie also doch noch irgendwo, die Guten.

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