Threema wird Pflicht

Die Schweiz verbietet Soldaten die Nutzung von Messengern wie WhatsApp, Signal und Telegram, auch auf ihren privaten Handys. Stattdessen wird Threema, ein Schweizer Produkt, empfohlen. Begründung: Threema ist ein Schweizer Unternehmen, untersteht somit nicht dem Cloud Act und geht auch noch mit der DSGVO konform. Die Aktion sei „sinnvoll, aber gewöhnungsbedürftig“ schreibt Eva Novak im Tagesanzeiger, und hat Recht.

Threema ist ein feiner Messenger mit besonderem Fokus auf Datensparsamkeit und echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Sein allergrößter Nachteil: er kostet knappe 4 Euro und das – so lächerlich die Summe auch sein mag – schließt natürlich die meisten aus. (In der Schweiz übernimmt der Staat die Kosten dafür.)

Mir gefällt sehr, was die Schweiz in letzter Zeit macht, denn aus ihren Handlungen geht hervor, dass sie sich zumindest den aktuellen Herausforderungen stellt und sie bewusst und aktiv ins alltägliche Leben, sei es in der Verwaltung, im Militär oder im Privatleben, integrieren möchte. Außerdem bietet sie mit ihren praxisrelevanten Empfehlungen, hier Threema, vor ein paar Monaten Alibaba, Amazon, IBM, Oracle und Microsoft, eine Art Kompass, der uns zum Beispiel in Österreich, wo Begriffe wie „Cloud“ oder „Messenger“ doch noch die Frage „Was ist das eigentlich genau?“ aufkommen lassen, gänzlich fehlt. In anderen Worten: Die Schweiz hat Dinge in den Kanon der Normalität aufgenommen, die bei uns noch als Zukunftstechnologie gelten.

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