Sonntagsarabesken #2

Es mag kurioser Zeitvertreib sein, aber ich will ihn doch wagen (ohne einen Gedanken an das mit Sicherheit dräuende Missvergnügen zu verschwenden, welches ein Teil der Leserschaft einem solchen Versuch entgegenbringen wird): Den Vergleich von Liebe und Fußball.

Um das Ganze auf eine methodisch korrekte Basis zu stellen, sollen die Aussagen zu beiden Themenkreisen bewußt verkürzt, verknappt und mit dem schalen Beigeschmack sogenannter Weisheiten präsentiert werden. Jeder kann sich dann seinen eigenen Reim darauf machen.

Das Spiel dauert neunzig Minuten.
Es gibt bestimmt den idealen Partner.

Tor in der ersten Minute.
Liebe auf den ersten Blick.

Der Ball ist rund, der Rasen grün.
Liebe fragt nicht nach Namen oder Prestige.

Die Tore, die man vorne nicht schießt bekommt man hinten.
Wer nix sagt kommt nie zum Ziel.

Fußball ist der Sport, wo zweiundzwanzig Mann auf dem Feld stehen und am Schluß immer die Deutschen gewinnen.
Die Liebe ist der Wahnsinn, in dem mindestens zwei Menschen aufeinander prallen und am Schluß immer der Vorarlberger gewinnt.

Wenn’s läuft, dann läuft’s!
Liebe läßt sich nicht wegtherapieren.

Flach spielen, hoch gewinnen.
Konsequent bleiben!

In dieser Art ließe sich der Reigen der Sinnsprüche wohl noch lange, wenn nicht sogar bis in die unendlichen Weiten ironischen Tränenflusses, fortsetzen. Dennoch will ich es damit gut sein lassen. Schließlich soll das oben Ausgeführte noch auf das aktuelle Vegetieren gewisser (nicht namentlich genannter) Erdenbürger bezogen werden. Schließlich gibt es eine Menge Trauerarbeit zu leisten! Nun, die wichtigste Erkenntnis, die wir aus der Betrachtung des ästhetischen Systems namens „Fußball“ ableiten können, ist folgende: Es gibt verschiedene Spielweisen, die zum Erfolg führen können. So scheint z.B. der britische Kick-and-rush-Fußball dem mediterranen Kurzpaßspiel in der Komplexität der Abläufe unterlegen, Pokale wurden jedoch auf beiden Wegen errungen. Und die erlesenen Ballkünste eines Luis Figo führen wesentlich seltener zum direkten Torerfolg als die kaltschnäuzige Cleverness von John Carew. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Das ist meine aktuelle Situation. Ich hätte ja gerne brasilianisch gespielt. Aber letzten Endes gewinnt man auch mit Sparta Prag.

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