Dainan Bright hat einen interessanten Zugang zum Thema „Burnout“ bei Menschen der Generation X. Er meint, die Generation wäre im Grunde genommen mit dem, was bei anderen als Burnout diagnostiziert wird, aufgewachsen. Gen X hat ungewollt gelernt, damit zu leben. Nicht, damit umzugehen, nein, damit zu leben. Es ist ihr Alltag seit mehr als 40 Jahren.
GenX, you’re not tired because something’s wrong with you. You’re tired because something is been wrong for about 40 years and we’re just calling it fine. […] GenX burnout [is] kind of unique. […] You wake up already tired before you’ve done a single thing. […] But you’re fine. You’re functional. […] We generally think this is normal because this is the way it’s always been. […] We’ve been doing this since the age of eight or nine or 10. Many of us have have experienced this right from the beginning. At a young age, we had to figure it out. […] We were running households at nine, cooking dinner, managing siblings, reading the emotional temperature of every room. That’s not childhood. That’s unpaid middle management. […] Okay, but some of you are saying, „I know how to rest. I take breaks.“ Um do you? Really? […] We’re actually like negotiating with ourselves about whether we’ve earned the break while we’re taking the break. […] Here’s the reframe. Gen X didn’t get tired because we were weak. It’s just because we were carrying around things that we that should have never been handed to us in the first place. […] So, what you’re feeling isn’t a character flaw. It’s an invoice from the past 40 years of being the most self-sufficient, least checked on generation in recent memory.
Wenn ich mich umsehe bei Bekannten in der Altersgruppe und wenn ich selbst ein wenig reflektiere, dann kann ich dem Gedanken sehr viel abgewinnen. Es ist ein Zugang, der nicht alltäglich ist, sondern zum Denken anregen sollte. Denn ja, praktisch alles, was Dainan Bright als Beispiele bringt, kenne ich in sowohl dem Vorkommnis als auch im Umgang damit. Und ja, für mich und andere ist das normal.
Solange wir damit gut zurechtkommen, ist es ja auch kein Problem. Was aber, wenn es „einfach zu viel“ wird? Allein die Formulierung impliziert eine Lösung und keinen Hilfeschrei. „Ich kann nicht mehr“ wäre der Hilferuf, an den Gen X nicht denkt. Nein, Hilferuf ist das keiner, meint man da – und hierin liegt wohl das Problem: Gen X hat ein Leben lang gelernt, mit jedem Problem selbst fertig zu werden. Hilfe kommt nicht, Hilfe gibt es nicht, sofern man sich selbst nicht darum kümmert. Für Gen X heißt es also nicht „Es ist zu viel, ich kann nicht mehr“. Für Gen X heißt es „Es ist zu viel, ich muss das besser organisieren“. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Das ist die Lebensrealität einer ganzen Generation.
Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht bewerten. Auch nicht, wie sehr andere Generationen dazu neigen, in die Gegenrichtung zu kippen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, umso klarer wird mir, dass Gen X am äußersten Ende dieser Bandbreite sitzt. Nämlich dort, wo Selbstverantwortung zur Selbstaufgabe werden kann. Wo andere scheitern und um Hilfe rufen, sieht Gen X eine natürliche Herausforderung. So, wie diese Generation die Herausforderung seit ihrer Kindheit gesehen hat.Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht bewerten. Auch nicht, wie sehr andere Generationen dazu neigen, in die Gegenrichtung zu kippen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, umso klarer wird mir, dass Gen X am äußersten Ende dieser Bandbreite sitzt. Nämlich dort, wo Selbstverantwortung zur Selbstaufgabe werden kann. Wo andere scheitern und um Hilfe rufen, sieht Gen X eine natürliche Herausforderung. So, wie diese Generation die Herausforderung seit ihrer Kindheit gesehen hat.
Also vielleicht hat Dainan Bright ja recht, wobei ich sein Fazit nicht sehe. Vielleicht ist Gen X ja die Generation, die sich hinstellt und die Welt am Leben hält. Sogar auf eigene Kosten. Denn irgendwer muss es ja machen. (via leyrer)