Datenleck bei der Letzten Generation

Ein Datenleck der Letzten Generation offenbarte besonders geschützte personenbezogene Daten von Mitgliedern und Interessenten. Darunter auch die Bereitschaft, fürs Anliegen ins Gefängnis zu gehen. Autsch!

Die Letzte Generation hatte ein Dokument in einem Google Drive online und öffentlich zugänglich, das im Sinne der DSGVO „besonders geschützte personenbezogene Daten“ enthielt. Super heikle Sachen waren da aufgelistet:

Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Wohnorte, Angaben zu besuchten Seminaren und Trainings, Angaben zur Bereitschaft, im Rahmen von Protesten ins Gefängnis zu gehen, sowie teilweise Details über […] Lebenssituation und Auszüge aus E-Mails. Bei mehr als 250 Personen wurde die Bereitschaft, für ihre Überzeugung ins Gefängnis zu gehen, vermerkt […]

golem.de

Dass so ein Dokument natürlich ein gefundenes Fressen ist und auf zweckdienliche Art und Weise interpretiert werden kann, liegt auf der Hand. …und schon prasseln die zugehörigen Kommentare herein.

Politiker haben diese Angaben als Indiz für die kriminelle Energie der Gruppierung interpretiert. [Der] innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion meinte, dass die Recherchen die Vermutung bestätigten, dass die Letzte Generation eine kriminelle Gruppierung sei. […] Der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei […] sieht die Daten als Beleg dafür, dass es der Letzten Generation […] um die „Zerstörung unserer demokratischen Strukturen“ [gehe und ein] ehemaliger Kriminalbeamter und Abgeordneter des Deutschen Bundestags sagte […] dass es immer mehr Beweise dafür gebe, dass die Letzte Generation sich gegen die freiheitlich-demokratische Verfassung Deutschlands stelle.

Das ist bitter, richtig bitter. Und der Imageverlust – aber das schreibt auch Andreas Donath, der Autor des Artikels bei Golem – führt dazu, dass die durchwegs verständlichen Anliegen der Gruppierung nun umgelenkt und in einen Diskurs überführt werden, der sich mehr mit Verfassungsschutz und der Zerstörung von demokratischen Strukturen im kriminellen Sinne beschäftigt als mit einem Geschwindigkeitslimit oder dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das ist richtig blöd gelaufen.

Ich kann es nur noch einmal betonen: Die Cloud ist absolut okay, aber nur, solange die dort abgelegten Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Sie wird zum Quell allergrößter Probleme (siehe der aktuelle Anlassfall), wenn die Daten potentiell zugänglich sind. Und früher oder später findet jemand diese Daten.

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