Anil Dash beschreibt die Haltung derer, die sich mit der Technologie „Künstliche Intelligenz“ auskennen, Menschen, also, die als Expertinnen und Experten in diesem Bereich arbeiten, als vollkommen konträr zu dem Hype „Künstliche Intelligenz“, dem wir alle andauernd ausgesetzt sind. Ich zitiere ihn deshalb, weil ich diese Unterscheidung auch, immer, und von Anfang an gemacht habe, aber, wie ich einigen Formulierungen in diversen Kommentaren hier entnehmen kann, nicht immer richtig verstanden und direkt oder indirekt mit dem Label eines harten Kritikers der Technologie ausgestattet wurde. Und selbst auf diese Wahrnehmung geht Anil Dash in seinem kurzen, aber lesenswerten Artikel ein.
Most people who actually have technical roles within the tech industry, like engineers, product managers, and others who actually make the technologies we all use […] share […] an extraordinary degree of consistency in their feelings about AI, which can be pretty succinctly summed up: Technologies like LLMs have utility, but the absurd way they’ve been over-hyped, the fact they’re being forced on everyone, and the insistence on ignoring the many valid critiques about them make it very difficult to focus on legitimate uses where they might add value.
Anil Dash
Und weiter, fast noch interessanter als die Aussage, ist die Begründung, warum diese ausgewogene und kühlere Sichtweise der Technologie nicht weiter verbreitet ist. Hier wird, wem es bislang nicht schon aufgefallen ist, ganz besonders deutlich, warum alle Argumente, die sich ums Thema KI drehen (nicht vergessen: wir sprechen vom Hype-Thema, nicht von der Technologie!), so dermaßen polarisiert wirken.
One of the reasons we don’t hear about this most popular, moderate view on AI within the tech industry is because people are afraid to say it. […] People worry that not being seen as mindless, uncritical AI cheerleaders will be a career-limiting move in the current environment of enforced conformity within tech […] Very few agree with the hype bubble that the tycoons have been trying to puff up. There are certainly a group of hustle bros on LinkedIn or social media trying to become influencers by repeating the company line, just as they did about Web3 or the metaverse or the blockchain […], but the mainstream of tech culture is thoughtful, nuanced and circumspect.
Anil Dash
Was nehmen wir also aus Anil Dashs Blogbeitrag mit? In puncto Künstliche Intelligenz gibt es auf der einen Seite die (mit durchaus nützlichen und relevanten Verbesserungen für uns aufwartende, wenn punktuell und an gegebener Stelle eingesetzte) Technologie, auf der anderen Seite täuscht uns der (völlig aus dem Ruder gelaufene, nahezu unmögliche Versprechungen und Anwendungsfälle proponierende, gewissermaßen einen Sog in eine Quasireligiosität konstatierende) Marketing-Claim. Und weil wir denken und nicht dem Claim hinterherlaufen wollen, sehen wir die Sache vorsichtig und kritisch positiv.
Ursprünglich hatte OpenAi bei Veröffentlichung von ChatGPT den Begriff „künstliche Intelligenz“ nicht mal verwendet. Das kam erst durch die breite Rezeption!
Oh, das war mir in der Deutlichkeit gar nicht bewusst! Danke für die Information. Da wird der nächste Artikel, der in den nächsten Tagen online geht, besonders treffend sein.