Michael Crichton über das Reisen

Der Autor von Jurassic Park und anderer Bestseller über die auf die eigene Existenz wirkende und sie bisweilen auch unbequem herausfordernde Wirkung des Reisens.

Michael Crichton, Autor von Jurassic Park, Westworld, Congo, Nippon Connection, etc., in seinem einzig autobiografischen Buch, Travels (Dt. „Im Kreis der Welt“), über das Reisen und seine unmittelbare Wirkung auf die bisweilen unbequeme und unangenehme Erfahrung der eigenen Persönlichkeit, den eigenen Charakter und das eigene Wesen.

Often I feel I go to some distant region of the world to be reminded of who I really am. […] Stripped of your ordinary surroundings, your friends, your daily routines, your refrigerator full of your food […]—with all this taken away, you are forced into direct experience. Such direct experience inevitably makes you aware of who it is that is having the experience. That’s not always comfortable, but it is always invigorating.

I eventually realized that direct experience is the most valuable experience I can have. Western man is so surrounded by ideas, so bombarded with opinions, concepts, and information structures of all sorts, that it becomes difficult to experience anything without the intervening filter of these structures. And the natural world—our traditional source of direct insights—is rapidly disappearing. Modern city-dwellers cannot even see the stars at night. This humbling reminder of man’s place in the greater scheme of things, which human beings formerly saw once every twenty-four hours, is denied them. It’s no wonder that people lose their bearings, that they lose track of who they really are, and what their lives are really about.

So travel has helped me to have direct experiences. And to know more about myself.

Michael Crichton, aus dem Vorwort zu „Travels“

Gelangweilt am Strand sitzen, sich ums Essen kümmern müssen, wenn kein Lokal in der Nähe ist, Hotel suchen statt zwei Wochen im Voraus gebucht. Alleine sein und damit umgehen lernen. Es ist die Banalität des Alltags abseits eines geschaffenen, konzipierten und interpretierten Daseins, die einen wieder zurückblicken lässt auf das, was man sonst so schön hinter „Meinungen und Konzepten“ verstecken konnte. Was man ausschmücken und in eine rückwirkende Interpretation des eigenen Lebens umwandeln konnte, gilt hier nicht. Wer den Zielen Anderer nachjagt, reist nicht.

Wer reist, wird ohne sprachliches Geschick nicht über das Reisen selbst Auskunft geben können. Man kann von den gewählten Destinationen und den dort erlebten Episoden berichten, das Essen loben und über die Menschen berichten, aber die Reise selbst, das, also, was im innersten eines Menschen geschicht, die unmittelbare Erfahrung des eigenen Selbst, wie Michael Crichton es beschreibt, ist nur schwer vermittelbar.

Aber so eine Reise sollte man ab und an tun. Damit man zurückkommt und sich und das eigene Umfeld mit anderen Augen sehen kann.

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