Lo Fi ist Musik für die „extremely online“

Lofi ist Musik für diejenigen, die "extremely online" sind. Wir finden darin Ruhe, Frieden und die Möglichkeit, uns zu konzentrieren.

Die Financial Times (!) über das Phänomen Lofi Girl und, damit einhergehend, den Effekt von Lo Fi an sich. Es ist eine kühle Zusammenfassung des Phänomens anlässlich der Sendeunterbrechung am Kanal Lofi Girl nach knapp zweieinhalb Jahren Dauersendung aufgrund eines falschen Copyright Claims.

Warum können wir, also diejenigen, die „extremely online“ sind (die Formulierung kommt von der Financial Times und ich weiß überhaupt nicht, was die damit meinen könnten), nicht genug bekommen von der auf diesem Kanal gespielten Musik?

Wir suchen nach Ruhe (und nicht nach Stille).

Lo Fi ist „beruhigende und erwärmende Musik mit einer analogen Ästhetik, die an eine längst vergangene, eventuell imaginierte, Zeit erinnert,“ heißt es sinngemäß im FT-Artikel. Die Musik ist eine Antwort nicht auf das Bedürfnis nach Stille, sondern auf das Bedürfnis nach Ruhe. Ich stimme zu. Lofi ist das musikalische Äquivalent zur Alleinsein im Kaffeehaus.

Wir suchen nach low-level Stimulation, damit wir denken können.

Lo Fi ist die Antwort des Internets auf unsere schwindende Fähigkeit, uns zu konzentrieren. Der Musik gelingt es, uns gerade genug zu stimulieren, damit wir uns wieder konzentrieren können, ohne uns dabei zu sehr abzulenken. Ja, auch hier kann ich nur zustimmen. Die komplette Stille ist störend, Lofi wird zum White Noise unseres Denkens. Nur eben nicht so fad wie White Noise.


Damit die Lektüre aber nicht ganz frustrierend wird und der Captain Obvious-Gedanke nicht noch größer, am Ende noch ein feiner Hinweis: Vor ein paar Stunden ist am Kanal von Lofi Girl (vermutlich anlässlich des Tags der Katze am 8. August) ein Album von Krynoze erschienen: Pawmises 🐾. Sehr fein, unaufdringlich, etwas über 17 Minuten lang und somit eines Kaffees am Morgen würdig, um in einen guten Tag zu starten.