Lange nicht gesehen, dafür viel in Ordnung gebracht

Ich habe Ferien gemacht und einiges – ich korrigiere: vieles – hier technisch auf Vordermann gebracht.

Lange Zeit war es hier ruhig. Den letzten Beitrag habe ich vor mehr als einem Monat veröffentlicht. Aber die Stille ist trügerisch, denn sie herrscht nur an der Oberfläche. Ich habe Ferien gemacht. Und wer Ferien hat, macht Urlaub, gönnt sich eine Auszeit und arbeitet früher oder später an der technischen Grundlage seines Blogs.

Viele Fehler und Altlasten sind nun aufgeräumt oder gänzlich bereinigt. Und vieles, das irgendwann aufgehört hat zu funktionieren, läuft wieder. Und endlich – endlich! – bin ich Jetpack, Subscribe to Comments Reloaded und das leidige Borlabs Cookie los.

  1. Der E-Mailversand funktionierte nicht mehr. Das betraf vor allem diejenigen, die benachrichtigt werden wollten, wenn Antworten auf ihre Kommentare veröffentlicht wurden. Alles behoben, alles wieder gut.
  2. Freigeschaltete Kommentare blieben länger als geplant unsichtbar. Ich habe die Caching-Regeln aktualisiert und besonders darauf geachtet, dass Kommentare sofort sichtbar sind, sobald sie freigegeben wurden.
  3. Ich habe auch einen ziemlich absurden Bug bereinigt, der sich auf die Anzeige der Anzahl der Kommentare in der Überschrift des Kommentarbereichs bezog. Ein Artikel mit 4 sichtbaren Kommentaren zeigte in der Überschrift möglicherweise „5 Kommentare“ an. Solche Fehler sollten nun der Vergangenheit angehören.
  4. Ich nutze hier nun ein neues Theme. Ewigkeiten lang habe ich Blocksy genutzt, tipptopp durchdacht, aber ein Overkill für meinen Blog. Und Creative Themes neigt zu Releases an Freitag Abenden. Nun ist Ollie im Einsatz1.
  5. Wo möglich (und das ist fast überall – bei Einbettungen kann ich es nicht garantieren), ist mein Blog nun barrierefrei. Es war erstaunlich wenig zu tun – WordPress und qualitativ hochwertige Themes bringen da schon wirklich viel an Vorarbeit mit.
  6. Die Nachträge am Beitragsende („Aktualisierung am…“) haben ein Update verpasst bekommen (Beispiel). Sie sind nun komplett anders konstruiert: Waren es davor lediglich im Nachgang hinzugefügte Absätze, sind Nachträge nun im Datenmodell verknüpfte, aber selbständige Einträge. (Konkret nutze ich hierfür die in Beiträgen vorhandene, aber von WordPress selbst nicht genutzte post_parent-Spalte, um die Beziehung herzustellen, ohne dabei aber eine Hierarchie abzubilden.) Das hat sehr viele Vorteile in Organisation und Logik, vor allem aber bekommen Leserinnen und Leser, die hier nur über RSS mitlesen, mit, dass es eine Aktualisierung oder einen Nachtrag zu einem Artikel gibt.
  7. Inline-Code (einige Beispiele hier im Beitrag selbst) und Codeblöcke (Beispiel) haben ein kleines Design-Update bekommen.
  8. Fußnoten, die ich, wie geneigte Leserinnen und Leser wissen, gerne Einsätze, sind nun eine Augenweide. Nicht nur sind sie viel besser erkennbar, auch der Klick auf und von einer Fußnote gibt durch eine kurze Animation Orientierung. Kein Suchen mehr2!
  9. Der Headerbereich eines einzelnen Artikels passt sich nun endlich dem Format des Beitragsbildes an. Bei querformatigen Bildern bleibt alles wie gehabt: Titel und Auszug über Bild (Beispiel). Bei Hochformaten und Quadraten ist der Header zweigeteilt und zeigt Titel und Auszug neben dem Bild an (Beispiel).
  10. Galerien werden nun nicht mehr von Jetpack, sondern von meinem eigenen Galeriemodul bereitgestellt. Das lag schon lange auf meiner To-Do-Liste, weil mir die Ergebnisse des Jetpack-Moduls zwar gefallen haben, ich aber nie verstanden habe, warum ich für eine einfache Galerie so ein riesiges Ding mit Anbindung an die Jetpack- bzw. Automattic-Server benötigte. Endlich ist die Sache erledigt und ich finde, die Galerien sehen schick aus. (Außerdem kann ich hier nicht mit irgendwelchen peinlichen Bilder-Grids daherkommen, wenn der Stefan drüben auf eay.cc einfach mal seine Bilddarstellung auf Instagram-Level hebt.)
  11. Ich habe die „Guter Kaffee in Wien„-Seite komplett überarbeitet. Die Google Map zeigt nun an, wo was ist und wurde etwas interaktiver, die einzelnen Bewertungen und Rezensionen führen zu ihren entsprechenden Einzelbeiträgen. Inhaltlich wird hier auch bald aktualisiert, denn in Wien tut sich was und es gibt einige neue Specialty-Coffee-Läden, die da unbedingt bald schon hineingehören.
  12. Ich bin – endlich! – das aus Urzeiten des Bloggens stammende Subscribe to Comments Reloaded los und stelle die Möglichkeit, Antworten auf die eigenen Kommentare zu abonnieren, nun mit einem eigenen Modul bereit. Was da an Müll gelöscht und bereinigt wurde… ich will gar nicht anfangen davon zu sprechen. (Und auch nicht darüber, wieviel an Entwicklungszeit ins Modul zur Kommentarbenachrichtigung geflossen ist. Bugreports bitte gerne an mich!)
  13. Ebenso bin ich endlich Borlabs Cookie los. Ich habe das Plugin immer als Notwendigkeit angesehen, aber nie gerne im Einsatz gehabt; und wenn, dann nur, um Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit zu geben, diverse hier eingebettete, externe Plattformen (YouTube, Vimeo, Flickr usw.) blockieren oder auf einmal freigeben zu können. Ich habe Borlabs Cookie genutzt, weil ich für die Datenschutzpflege keinen externen, ironischer Weise oft in den USA angesiedelten Dienst auf meiner Website einsetzen wollte, der meine Seite scannt und mir dann die Inhalte für den Consent-Manager zusammenbastelt. Vor allem aber nicht, weil ich nicht nach Seitenaufrufen (!) dafür zahlen wollte. Da ich aber meine Besucherinnen und Besucher hier nie getrackt habe und Tracking für meine Zwecke hier jeglicher Berechtigung entbehrt, brauche ich so eine Lösung ohnehin nicht. Und die Möglichkeit, externe Plattformen freizuschalten, habe ich nun auch mit einem eigenen Modul gelöst, das am großartigen Embed Privacy angelehnt ist. (Auch hier gilt das Stichwort: Entwicklungszeit.)
  14. Jetpack ist nun auch endgültig weg. Übers Galeriemodul habe ich schon oben gesprochen, es gab aber noch die Verbindung und das Posten in die sozialen Netzwerke. Auch hier: Eigenes Modul, eigene Logiken. (Eigene Entwicklungszeit.)
  15. Ich hatte hier mit sehr viel Kommentarspam zu kämpfen und mit der unangenehmen Situation, legitime Kommentare als Spam eingestuft zu haben. Meine Schnelllösung damals war eine Challenge von Cloudflare auf die wp-comments-post.php. Das hat zwar gut geschützt, leider aber auch bei legitimen Kommentaren zur „Managed Challenge“ und damit dieser leidigen Unterbrechung geführt. Auch das ist nun behoben und sollte für die meisten, die hier kommentieren, viel eleganter ablaufen: Antispam Bee leistet, minimal anders konfiguriert als bisher, hervorragende Arbeit und all die mühsamen IPs, die nicht und nicht aufhören, mir meine Spam-Datenbank vollzumüllen, gehen regelmäßig gesammelt an die AbuseIPDB. Schmort in der Hölle!
  16. Die „Ähnlichen Beiträge“ haben mir am meisten Spaß gemacht. Die sind nun nicht mehr ein Jetpack-Aufruf mit randomisiert wirkenden Artikeln, sondern folgen einem, so denke ich, sinnvollen Algorithmus, der auf etablierte Ähnlichkeitskriterien, vor allem aber auf Bezüge (Links) reagiert. Ich denke, die Charakterisierung „ähnlich“ bzw. „relevant“ ist zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte dieses Blogs mit der ihr gebührenden Substanz erfüllt. (Ausnahmen, vor allem sehr kurze Beiträge, bestätigen die Regel. Und zum Thema Entwicklungszeit sage ich schon gar nichts mehr.)

Aber auch inhaltlich habe ich etwas getan: Mein Blog hat in den letzten etwas mehr als zwanzig Jahren (!) etliche Iterationen durch- und die Migration vom einen zum anderen Content Management Systems mitgemacht. Dabei sind Beiträge im aktiven Bestand verloren gegangen. Entweder war es mir zu mühsam, kurze Beiträge mitzunehmen oder sie waren – durch die genutzte Plattform bedingt (Tumblr) – schwer exportierbar. Das waren keine großartigen und langen Artikel. Oft waren das nur wenige Worte als Kommentar zu irgendwas: ein Link irgendwohin, Bilder, Galerien, Videos oder Audiofiles, Asides, Status- und Kurzmitteilungen (also die volle Palette der WordPress Beitragsformate), sozusagen, aber es waren meine Beiträge. Inhalte, die mir einmal wichtig waren. Ich habe sie nicht aktiv gelöscht, sondern durch den Aufwand der Migration bedingt verloren.

Zum Glück hat das Web-Archiv die meisten davon gespeichert. Eine gute Sache, dieses Web-Archiv. Keine gute, vor allem keine einfache Sache ist bzw. war, sie wieder in den aktiven Bestand zu importieren. Das ist nun – ChatGPT, Claude und anderen KIs sei dank – nicht mehr so, also habe ich knapp 450 in den Web-Archiven schlummernde Beiträge hier wieder (als Entwürfe) importiert und werde sie in den nächsten Wochen überarbeiten und veröffentlichen. Da das Originaldatum in den meisten Fällen rekonstruierbar war, wird sich zwar mein Archiv hier erweitern, aber im RSS-Feed wird es ruhig bleiben.

Also keine Sorge, meine alten Reisegeschichten und Chats mit Freundinnen und Freunden via Blogposts – ja, so haben wir das damals gemacht! – werden eure bestens kuratierten Newsfeeds nicht zumüllen.

🍻

  1. Ich gebe zu, ich habe auch kurz mit dem Gedanken gespielt, sogar noch einen Schritt weiter zu gehen und auch das CMS auszutauschen. EmDash böte sich an – for the lolz. Wer sich aber ernsthaft mit der Sache beschäftigt, merkt schnell, dass dort viel von dem, was in WordPress und anderen etablierten Systemen selbstverständlich ist, noch fehlt. Außerdem setzt EmDash darauf, KI wirklich alles – sogar Basics wie die Indexierungsfähigkeit – machen zu lassen. Das führt am Ende zur Frage, wozu man überhaupt ein CMS wie EmDash braucht, wenn ohnehin alles mit KI gemacht werden muss. Also WordPress it is. Auch, weil EmDash bei mir nicht und nicht den Eindruck loswird, ein trojanisches Pferd in die Cloudflare-Abhängigkeit zu sein. ↩︎
  2. Q.E.D. ↩︎

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