sprache

Bach/Stölzel: Bist du bei mir

Vor 2 oder 3 Jahren (erst) bin ich auf „Bist du bei mir“ von Gottfried Stölzel (oder Johann Sebastian Bach) gestoßen und habe verschiedene Interpretationen dieses Stückes gehört. Das Stück…

Vocal Fry

Weil es mir immer stärker auffällt und ich diese… tja, wie nennt man das überhaupt, „Stimme“, „Stimmlage“, „Aussprache“ (?) immer öfter höre, hier der passende Beitrag zu Vocal Fry.

3 Erzählungen.

Natascha Strobl, die schon vor ein paar Tagen die Rede von Sebastian Kurz analysiert hat, hat die Narrative der ÖVP identifiziert, mit denen sie bereits vor dem Misstrauensantrag zu operieren begonnen hat. Entlang dieser 3 Geschichten wird sich also in nächster Zeit alles drehen:

  1. Sebastian Kurz muss eine rot-blaue Koalition verhindern. Eigentliche Message: Rotwähler sollten sich ins türkise Lager flüchten, wenn sie blau verhindern wollen.
  2. Sebastian Kurz ist vom Volk legitimiert und das Gegenstück zum Bundespräsidenten. Eigentliche Message: Sebastian Kurz steht über der Regierung, er ist ein Staatsmann, ein Anführer, niemand sonst ist das - mit Ausnahme des Bundespräsidenten an sich.
  3. Das Parlament agiert gegen das Volk. Eigentliche Message: Sebastian Kurz ist direkt vom Volk legitimiert und dort verankert; das Parlament nicht. Er spricht für euch, sie tun das nicht.

Und ich dachte mir: Na jetzt übertreibt sie aber, die Natascha Strobl, vor allem beim letzten Punkt. So weit wird doch wohl niemand ernsthaft gehen. Doch ein paar Minuten später habe ich auf Facebook ein Wahlkampfvideo vom Team Kurz im Stream eines Fanboys gesehen. Text:

Das Parlament hat bestimmt.
Das Volk wird entscheiden!
Unser Weg hat erst begonnen.

Wahlkampfvideo Volkspartei, gesehen am 28.5.2019

So that's that. Ich glaube, in Österreich kann man seit dem erfolgreichen Misstrauensantrag nun tatsächlich von Politik sprechen.


Sorry für die vielen Kurz- und Politik-Posts in letzter Zeit, aber ich kann mich an Analysen von Sprache und Bildern, Motiven, Narrativen und der Schaffung oder Modifikation von Kausalitäten einfach nicht sattlesen.

Zur Kurz-Rede

Natascha Strobl hat sich die Bilder, Narrative, und unausgesprochen mitschwingenden Subtexte, die Kurz in seiner gestrigen Rede – Ankündigung von Neuwahlen – angewendet hat, etwas genauer angesehen. Ihr Schluss? Kurz…

Frauen sind eh mitgemeint.

Wenn ich mich schon über die Suggestivkraft von Rechtfertigungen auslasse, dann ist auch der Beitrag von Romana Beer, in dem es ums Gendern und das leidige "Frauen sind eh mitgemeint" geht, eine Empfehlung.

Dass Frauen bei Bezeichnungen im generischen Maskulinum „eh mitgemeint“ sind, kann man zwar behaupten – welches Bild beim Satz „Ich habe heute einen Termin beim Zahnarzt“ (der eigentlich eine Zahnärztin ist) im Kopf von Empfängerin oder Empfänger entsteht, ist eine andere Sache. Zahlreiche Studien belegen, dass durch das generische Maskulinum tatsächlich eher an einen Mann bzw. an eine Gruppe Männer gedacht wird.

Gendern und die Gegenargumente, Romana Beer

"Mitgemeint" ist halt, egal, wie sehr man es auch dreht und wendet, nicht "gemeint".

Respekt nicht gleich Respekt

Machmal benutzen Menschen das Wort „Respekt“ und meinen damit, „jemanden wie einen Menschen behandeln“. Manchmal, aber, meinen sie damit, „jemanden wie eine Autorität behandeln“. Und manchmal sagen Menschen, die es…

Ein idealer Absatz.

In einem Text entspricht der ideale Absatz einem Gedanken, seine Sätze einzelnen Aspekten. Solange der Gedankengang präsentiert, begründet, erklärt und mit Beispielen hinterlegt wird, ist es egal, aus wievielen Sätzen ein Absatz besteht. - Mehr steht bei iA auch nicht, doch die 4 Links in der zugehörigen Linksammlung sind lesenswert!

Mannigfache Bedeutungen der Wortes „Bitch“

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Erica Ash erklärt die vielfache Bedeutung des Wortes Bitch (und demonstriert dabei auch…

Deppenapostroph in einem Tweet erklärt

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.Mehr erfahren Inhalt laden Twitter Tweets immer entsperren Dem ist nichts hinzuzufügen.

Hör auf mit Künstlicher Intelligenz zu protzen!.

Schlagworte wie Künstliche Intelligenz, Neuronale Netze, Machine Learning, usw. fliegen einem um die Ohren, wenn man heutzutage den Marketingbullshit von Firmen, die Software verkaufen, hört. Wo auch immer Daten verarbeitet werden, wird gern und schnell von künstlicher Intelligenz - ein magischer Begriff - gesprochen. George Orwell hat schon 1946 vor solchen Begriffen gewarnt, weil sie zu dummen, also unüberlegten und das Gesagte nicht hinterfragenden Gedanken ("foolish thoughts") führen und vom eigentlichen Ziel des Sprechers (Verkauf eines Produkts) ablenken würden. Dazu John Palvus auf Quartz:

Using the same science-fictional shorthand [damit ist "Artifical Intelligence" gemeint] to describe anything from self-driving cars to slightly better ad targeting surely inhibits basic comprehension. But its potential for seeding both magical thinking and abject confusion about real economic, social, and political changes also seems bottomless. If the experts don’t really know what they talk about when they talk about AI, is it any wonder that you and I don’t, either? […] At the very least, we might want to avoid the word “intelligence” when referring to software, because nobody really knows what it means. […] Even Alan Turing, the genius who mathematically defined what a computer is, considered the question of defining intelligence too hard […] So what should we call “AI”, if not that? Orwell suggests that the cure for words that cloud our thinking is better words: simpler ones, crisper ones. Some commentators suggest merely using “software”; personally, I think “automation” does the trick. Instead of priming our minds with visions of inchoate software-spirits possessed of strange powers and inscrutable intentions, being more conscious of the words we choose might allow us to more clearly grasp the technologies around us.

Datenverarbeitung, also. Was für ein langweiliger Begriff!

Ois is Oida!

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Die polnisch-österreichische Schauspielerin Ewa Placzynska, die zwischen Warschau, Wien und Toronto pendelt und…

Regulierung ist Schutz.

Der Linguist und Kognitionswissenschaftler George Lakoff hat einen Artikel über den Einfluss des Standpunkts auf das Vokabular und die damit assoziierten Umstände, Kausalitäten und Handlungsimperative verfasst. Am Beispiel der Aussage Donald Trumps, 75 Prozent der "Regulierungen" abzuschaffen, veranschaulicht Lakoff, wie die Wahl des Begriffs "Regulierungen" diese Aussage positiv erscheinen lassen kann.

The term “regulation” is framed from the viewpoint of corporations and other businesses. From their viewpoint, “regulations” are limitations on their freedom to do whatever they want no matter who it harms. But from the public’s viewpoint, a regulation is a protection against harm done by unscrupulous corporations seeking to maximize profit at the cost of harm to the public.

Imagine our minority President saying out loud that he intends to get rid of 75% of public protections. Imagine the press reporting that. Imagine the NY Times, or even the USA Today headline: Trump to Eliminate 75% of Public Protections. Imagine the media listing, day after day, the protections to be eliminated and the harms to be faced by the public.

Meine Güte, Framing ist so ein altes Ding, und dennoch "packen wir es noch einmal richtig an" während derjenige, der uns diese Floskel entgegenwirft, an "sweating your assets" denkt.

Beeinflusst Mehrsprachigkeit die Persönlichkeit?

Im Oxford Dictionaries-Blog stellt sich Jennifer Walker die Frage, ob Mehrsprachigkeit die eigene Persönlichkeit beeinflusst. Präziser: Wechselt die Persönlichkeit mit dem Wechsel der Sprache mit? Blom and Gumperz’s study on…

Warum „Black Friday“?

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Eine Definition aus dem Oxford English Dictionary. (Und hier der Artikel dazu, bei…

Arrival

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren

Bullshit!

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.Mehr erfahren Video laden Vimeo immer entsperren

Fremdsprachen reduzieren Befangenheit.

Trifft man die selben Entscheidungen und folgt man immer der gleichen Logik, egal ob man in der Mutter- oder in einer Fremdsprache denkt? Scheinbar nicht!

It may be intuitive that people would make the same choices regardless of the language they are using, or that the difficulty of using a foreign language would make decisions less systematic. [T]he opposite is true: Using a foreign language reduces decision-making biases. Four experiments show that the framing effect disappears when choices are presented in a foreign tongue. Whereas people were risk averse for gains and risk seeking for losses when choices were presented in their native tongue, they were not influenced by this framing manipulation in a foreign language. Two additional experiments show that using a foreign language reduces loss aversion, increasing the acceptance of both hypothetical and real bets with positive expected value. We propose that these effects arise because a foreign language provides greater cognitive and emotional distance than a native tongue does.

Wow!

Semantische Vollbremsung

Wer sich an meine Ausführungen zu dem Seminaren inhärenten Problem erinnert, dem wird die heutige Episode – eine „semantische Vollbremsung“ – nur als Abwandlung eines bereits bekannten Prinzips erscheinen. Auch diesmal wird…

Ein Seminaren inhärentes Problem

Wie jedes Jahr, fand auch heuer wieder ein Firmenseminar statt. Diesmal, allerdings, war eine professionelle Trainerin eingeladen, die die firmenseminarüblichen Themen – Kommunikation, Identität, Kooperation – mit uns [hier passendes…

Wie Sprache unser Denken beeinflusst

Ein spannender Artikel über die Zusammenhänge von (Mutter-) Sprache und Denken, in dem anhand faszinierender Beispiele dargestellt wird, wie komplexe und weniger komplexe Konzepte (Richtung, Zeit, Zahlen, Musik, soziale Beziehungen,…

Über die Androgynisierung von Vornamen.

Im Baby-Name-Wizard (!) Blog berichtet Laura Wattenberg über die Androgynisierung von Vornamen und nennt "Cameron" als Beispiel. War der Name noch vor einiger Zeit lediglich männlichen Babies vorbehalten, so ist er (oder die Abwandlungen Kamren, Camren, Kamryn oder Camryn) heute sowohl für Buben als auch für Mädchen akzeptiert. Einem ähnlichen Schicksal unterliegen auch Ashley und Ashton oder Leslie und Devin. Ganz besonders interessant wird es, wenn neue, geschlechtsneutrale Namen auftauchen. Wer wird diese Namen an sich reißen? Buben? Mädchen?

So it seems that unlike established names, new androgynous names don’t inevitably tip toward the feminine. The trick is, they don’t inevitably do anything. What crystal ball could have told you 15 years ago that Ashton would end up masculine and Addison feminine? In each case, the name’s fluid gender identity made it easy for a celebrity example to shape public perception. […] You can weigh risk factors, like whether the name contracts to a girlish or boyish sounding nickname. But in the end, if you choose a new androgynous name today you have to be prepared that 10 or 20 years down the line it may come across very differently.

Tall, Grande und Venti

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren

Profilierungsneurotiker im Usenet

Fremdwörter werden doch gelegentlich auch gerne von […] Profillierungsneurotikern (sic!) oder auch von mental retardierten Menschen benutzt. Die Beiträge der Mitglieder der Gruppe de.etc.sprache.deutsch…

Gibt es Dialoge ohne Sinn?

Vor Jahren haben Dominik und ich aus Langeweile ein oft forderndes Spiel gespielt: Wir versuchten einen Dialog zu schaffen, dessen einzelne Sätze auf keinen Fall zueinander passen sollten. Der Dialog…

Kürbiskraut oder Semmelkren

Was kann man serviert bekommen, wenn man auf einer Speisekarte liest: Rindfleisch mit Kohl, Dillfisolen, Kürbiskraut oder Semmelkren und Rösti? Bekommt man auf jeden Fall immer Rindfleisch mit Kohl und…

Du oder Sie?

Die werte Leserschaft kennt ja bereits meinen „Mehr“-Bereich. Im Englischen wäre es ja kein Problem, hier das „you“ zu verwenden und locker würde ich ohne Hemmungen hinschreiben „You can go…

Gemeinsam oder Zusammen

Ich mache es mir hiermit zur Aufgabe, Fragen der linguistischen Feinheit, die mir im Alltag widerfahren, an die werte Leserschaft weiterzugeben. Somit hat das Bildungsmoment einen Gießkanneneffekt. Im heutigen Beispiel…