Google durch ChatGPT herausgefordert

ChatGPT, eine KI, fordert indirekt Googles Core-Business heraus. Ich bin so dermaßen gespannt, wie Google hier die Kurve kratzen wird. So dermaßen!

Google scheint gerade massiv herausgefordert zu sein. Einerseits durch TikTok, andererseits, und das noch viel stärker das Kernbusiness bedrohend, durch Systeme wie ChatGPT. Dort können – das ist ein Teilaspekt eines komplexen Ganzen – „Suchergebnisse“ generiert werden, die unmittelbar das Anliegen erfüllen ohne, dass man als User die Website, die den Content ausliefert, besuchen muss. In anderen Worten: Alles wird nun zu einer Null-Klick-Suche, da die KI eine passende Antwort liefert. Content Demand, bisher immer ein wenig ein Rätselraten, und Targeting, also ein zielgerichtetes Erfüllen von Suchanfrage mit zugehöriger Intention, werden de facto obsolet. Kann ChatGPT mit Google mithalten? Ich habe ein paar stupide Anfragen durchgeführt und meine vorsichtig: Ja.

Hier ein Beispiel für die Beantwortung der Frage „Wie funktioniert SEO?“ Google antwortet mit einer Erklärung, die OK ist, ChatGPT beantwortet die Frage verständlicher und nachvollziehbarer. Diese beiden Komparative machen aber auf Dauer einen gewaltigen Unterschied. Bitte, hier der Vergleich!

Sicherlich, es gibt einen berechtigten Einwand…

ChatGPT is an AI that has mastered a unique human skill, bullshitting. It knows what the shape of a good answer looks like but often not the details. But we’re now learning that even technical people are happy with an answer that looks right instead of is right.

Dare Obasanjo

…der steht aber in keinem Widerspruch zu den schlechten Ergebnissen, die man auch – und immer mehr – bei Google findet. Dass die Qualität der Suchergebnisse bei Google sinkt, ist lange bekannt. Dass nun aber auch die Logik bzw. Herangehensweise des Suchens selbst infrage gestellt wird, macht die Sache richtig herausfordernd.

Ich bin so dermaßen gespannt, wie Google das Thema angeht. So dermaßen! Denn mittlerweile wird der Suchgigant von immer mehr und mehr Seiten herausgefordert.

Aktualisierung am 22. Jänner 2023

Andreas Proschofsky erläutert in 3 Punkten, „warum die künstliche Intelligenz kein ‚Google-Killer‘ ist„:

  1. Eine KI-Suchmaschine liefert eine – wahrscheinlich nicht ganz richtige – Antwort und zeigt seine Quellen für diese Antwort nicht auf. Insofern wäre sie nicht wirklich für Recherchezwecke geeignet.
  2. Eine KI-Suchmaschine verbraucht schlichtweg zu viel Strom.
  3. Google hat selbst eine leistungsstarke KI und setzt sie im Hintergrund seit längerem schon ein.

Es bleibt also spannend. Und das geht auch aus dem Artikel hervor, denn egal was, das Thema KI fasziniert – vor allem auch Entwickler:innen, um die Google nun buhlen muss, bevor sie zu Microsoft oder einem anderen, derart mit KI arbeitenden Unternehmen abwandern oder wechseln.