mailbox.org, 1 Jahr später

Ich habe mir mailbox.org nach etwas mehr als einem Jahr noch einmal angesehen. Leider ist, was geboten wird, immer noch nichts für mich. Es gibt aber ein Aber.

Vor etwas über einem Jahr habe ich mir auf der Suche nach einem in Europa angesiedelten Provider von Mailservices den Anbieter mailbox.org genauer angesehen. Ich bin damals leider herb enttäuscht worden, da vielleicht die Kernfunktion, also das Bereitstellen von sicherer E-Mail-Funktionalität, wunderbar funktionierte, es aber an anderen Stellen, vor allem am Userinterface, noch sehr viel Potential für Verbesserung gab. Mein Resümee damals war:

Wenn ich mir den Anspruch […] und den Zugang [von Mailbox.org] ansehe, dann ist mehr als augenscheinlich, dass hier Profis am Werk sind, die ein solides Handwerk betreiben und […] den besten Service liefern wollen. Das ist unbestritten. Das Problem vermeine ich allerdings darin zu sehen, dass dieser Zugang ein sehr technischer ist und der alltäglichen Nutzererfahrung wenig Relevanz beimisst. […] Vielleicht [ist] dieser Beitrag […] ein Anstoß, das User Interface vor allem der Einstellungsseiten […] massiv zu überarbeiten. Schön wäre es zumindest. Ich gebe bestimmt nicht auf und werde es sicher noch einmal probieren, aber so, wie das momentan läuft und aussieht, wird das nichts mit uns, und ich bleibe vorläufig bei Google Workspace, FastMail und Office 365.

Mailhosting bei Mailbox.org? Nicht für mich.

In letzter Zeit wurde ich wieder öfter auf Twitter, Mastodon, aber auch auf meinem Blog auf eine Aktualisierung des Beitrags angesprochen. Verschiedene Personen haben mir dabei auch gleich ihre Eindrücke geschildert, die allesamt recht ähnlich waren. Praktisch alles, was mir zugeschickt wurde, kumuliert in dem, was Daniel vor wenigen Tagen erst zu meinem damaligen Artikel kommentiert hat:

Soweit man das überblicken kann wird wohl nahezu alle Kapazität dort in Open Talk gesetzt und beim eigentlich Maildienst passiert nahezu gar nichts in der Entwicklung (außer natürlich Updates, Wartung und Pflege im Hintergrund – welche sicherlich auch nicht zu vernachlässigen ist).

Daniel in einem Kommentar

Was Daniel da erwähnt, Open Talk, ist eine Neuentwicklung der Macher von mailbox.org, die eine sichere Alternative zu Google Meet, Zoom, Teams und anderen Videokonferenzlösungen sein will. Da steckt sicher viel Arbeit dahinter und wenn er schreibt, dass „wohl nahezu alle Kapazität dort“ in die Entwicklung des neuen Produktes fließt, dann kann ich diesen Eindruck auch von meiner Seite aus leider nur bestätigen. Aber gehen wir die Sache Schritt für Schritt durch.

Eindrücke 2023

Ich habe mir mailbox.org nun, also etwas mehr als ein Jahr später, noch einmal angesehen und bin dabei zielstrebig die kritisierten Punkte von damals angegangen. Allgemeine Einführungen, Erklärungen und Kommentare zu diversen Services, die mailbox.org anbietet, gibt es in diesem Beitrag nicht. Er ist ein Follow-Up zu dem von damals. Wer also den Artikel von vor einem Jahr nicht kennt, sich aber fürs Thema interessiert, bitter hier entlang: Mailhosting bei Mailbox.org? Nicht für mich.

tl;dr: mailbox.org, ein Jahr später, präsentiert sich für mich mit minimalen UI-Verbesserungen auf der einen Seite bei gleichzeitigem Überladen mit noch mehr Tools und Utilities, mit noch mehr unterschiedlichen Interfaces und noch verwirrenderen Logins und Anmeldemasken, die einem mittendrin, einfach so, angezeigt werden. Die Kernfunktion eines E-Mailproviders erfüllt der Anbieter aber standardkonform und auf offenen Lösungen basierend bravourös wie zuvor. Nur schön ist es hier halt eben nicht. Und das macht eben auch etwas aus.

Aber gehen wir die Sache doch einfach Screen für Screen durch.

Portal, E-Mail, Kalender, Adressbuch, Tasks und Drive

An den Screens fürs Portal, die E-Mails, den Kalender, das Adressbuch und die Aufgaben, sowie am Screen für den inkludierten Cloudspeicher hat sich nichts geändert. Was mir allerdings sofort aufgefallen ist, ist die um einige Applikationen erweiterte Werkzeugleiste. Da sind wohl ein paar Tools dazugekommen. Doch bedeutet dieses Mehr auch ein Besser? Wir werden sehen. Hier, jedenfalls, ist so ziemlich alles gleich geblieben.

Beim für mich wichtigsten Screen – E-Mail – konnte ich keinerlei Veränderung feststellen. Nach wie vor ist das Mail-Interface sauber, aufgeräumt und entspricht gewohnten Standards. Auch die Funktionalität ist praktisch ident mit allen üblichen Interfaces. Das ist gut.

Chat mit extra Anmeldung

Einer meiner größten Kritikpunkte von vor einem Jahr – dass man sich nämlich im angemeldeten Zustand im Webinterface abermals zum Chat anmelden muss – ist nach wie vor offen. Ich weiß nicht, wie es meinen Leserinnen und Lesern dabei geht, aber bei mir schreit eine Anmeldemaske, die mir in einem Interface, bei dem ich bereits angemeldet bin, nach Fehler. So auch hier, nach wie vor.

Videokonferenz mit Werbung und Anmeldung

Auch hier bleibe ich bei meinem LOL von vor einem Jahr. Nein, Mailbox.org, ich bin kein:e Lehrer*in (und wie kann ich diese lästige Nachricht wegklicken?) und die Seite sieht nach wie vor zerschossen aus.

Neue App, alte Fehler: OpenTalk mit extra Anmeldung

OpenTalk ist neu, ich habe es in der Einleitung zum Artikel schon erwähnt, und will ein datenschutzfreundlicher Gegenspieler zu Teams, Google Meet, usw. sein. Okay, fairer Anspruch und hohes Ziel. Wie das Ding allerdings ins Angebot von Mailbox.org eingebettet ist, ist ein Drama in meinen Augen.

Screen 1: Login-Button

Im Screen 1 – bitte nicht vergessen, wir sind bereits bei Mailbox.org angemeldet! – sieht man nur diesen einen Anmeldebutton. Wir haben es also mit einem Anmeldebutton im angemeldeten Zustand im Mailbox.org-Interface zu tun. Und das Look and Feel von OpenTalk wird mich wahrscheinlich überraschen. Wenn die Schriftart schon eine andere ist, dann wird das wohl eine UI in einer UI sein. Eine Mailbox.org-Spezialität, möchte ich fast schon sagen. 🤦‍♂️

Screen 2: Vollständige Anmeldemaske

Klickt man den Login-Button aus Screen 1 an, kommt man – und jetzt wird es in meinen Augen wirklich absurd – zur regulären Mailbox.org-Anmeldemaske IM ANGEMELDETEN ZUSTAND, DEN ICH ÜBER DIE ANMELDEMASKE BEREITS DURCHGEFÜHRT HABE!!! Und der Wandel des User Interfaces vom internen Bereich zum Button in der OpenTalk-UI wieder zurück zum Anmelde-Button in der Mailbox.org-UI… Cherry on top!

Ich will gar nicht wissen, was passieren würde, wenn ich hier „Forgot Password?“ anklicke! Die Logik in der Abfrage: Angemeldeter User hat soeben „Passwort vergessen“ angeklickt muss der Hammer sein. Ich widme dem Screen ein Meme. Sanity check, einfach nur, um sicher zu sein. Bitteschön!

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Screen 3: OpenTalk

Endlich bin ich da, wo ich vor 2 Screens hätte sein sollen. Vor mir: OpenTalk, das Produkt, in das Mailbox.org im letzten Jahr ganz offensichtlich viel Energie gesteckt hat.

An sich eh cool, was Mailbox.org da vor hat und wahrscheinlich auch, was das Unternehmen da gemacht hat. Diesmal wurde sogar ganz offensichtlich ins Design investiert. Dass das aber absolut nicht zum restlichen Look and Feel passt und ich nun damit konfrontiert bin, ZWEI MÖGLICHKEITEN ZUR ABMELDUNG vor mir zu haben (links unten und rechts oben)… ach herrje.

Ich muss, hier ein kleiner Exkurs in Tweet-Länge, wirklich gestehen, dass ich vor Mailbox.org Design zwar berücksichtigt, aber nie so krass und in so einer schmerzlichen Klarheit die Konsequenzen auf das Nutzerverhalten und die Wahrnehmung eines Service gesehen habe.

Egal, lassen wir das jetzt beiseite und gehen wir einfach weiter.

Neu: Notizen/Etherpad

Auch das ist neu. Es gibt jetzt ein Etherpad im Mailbox.org-Universum. Ich bezweifle, dass das Zielpublikum weiß, was das ist, aber da ist es halt. Es geht immer noch mehr!

Neu: Umfragetool/Framadate

Ich habe keine Ahnung, was Mailbox.org da von mir will, warum das Logo nocheinmal aufscheint, warum ich hier plötzlich die Sprache wechseln kann, warum das zwei Screens zu sehen sind, die wohl eigentlich in die Dokumentation gehören, und warum da „Wo sind meine Umfragen?“ steht. Ich vermute, das ist so eine Art Doodle, Google Forms Dingsbums, das mir da vorgesetzt wird. Ach was, einfach ignorieren und weiter!

Herausforderung: Einstellungen

Wisst ihr noch, was uns jetzt bevorsteht? Richtig, die Einstellungsscreens. Das, was ich vor einem Jahr als Chaos wahrgenommen habe und wo ich aufgrund der Unübersichtlichkeit und der inkonsistenten Nomenklatur auch ein wenig Bauchweh in Richtung Sicherheit bekommen habe: wer Dinge verwechseln kann, weil sie verwechselbar dargestellt werden, macht früher oder später vielleicht einen Fehler.

Allgemeine Einstellungen

Ja, es gibt sie, die eine Verbesserung: Eine der Menüebenen (nämlich das Hauptmenü des Subscreens eines Hauptpunktes im Hauptmenü eines Subscreens) wurde nun Zugehörigkeiten gruppiert. Das ist schon mal ein Fortschritt, wenn auch ein sehr kleiner. Aber immerhin! Das war es aber auch schon.

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Hier hat sich leider nichts zum Guten geändert, ganz im Gegenteil: Auf der Einstellungsseite zum One-Time-Password gibt es jetzt eine – festhalten! – neue Anmeldemaske, obwohl man sich den Screen ja im angemeldeten Zustand ansieht.

Ich bilde mir ein, aber da kann mich meine Erinnerung täuschen, dass es diesen Login zum „mailbox.org OTP selfservice portal“ inmitten der Einstellungen letztes Jahr noch nicht gab. Wenn dem so ist, dann ist das ein Paradebeispiel für Verschlimmbesserung. Anstatt Komplexität zu entfernen und Prozesse zu vereinfachen, wurde hier einfach noch eine Anmeldemaske eingezogen. Weil, wieso nicht? Wir sind ja nur im Embed eines Untermenüs eines Subscreens in einem Hauptmenüpunkt eines Subscreens. Da geht noch was, da geht noch eine Verschachtelung, oder?!

Wirklich nichts geändert hat sich am in meinen Augen optisch schrecklichsten Screen überhaupt, nämlich an der eigentlichen Konfiguration der Zwei-Faktor-Authentifizierung bzw. der One-Time-Passwörter. Der Screen ist nämlich komplett gleich geblieben und wirkt immer noch wie ein Fremdkörper. (Und bildet, mit seinen Reitern, das nur so nebenbei, noch eine tiefere Ebene der Auswahl. Ich wüsste schon gar nicht mehr, der wievielte Subscreen eines Subscreens in welcher Menüebene die am Screenshot ersichtliche Auswahl eigentlich wäre.)

Lassen wir es damit gut sein.

Resümee 2023: Nach wie vor nicht, Mailbox.org. Leider nach wie vor nicht. Mit Ausnahme.

Ich habe Mailbox.org, motiviert, endlich einen europäischen, die DSGVO respektierenden (Respekt bedeutet etwas anderes als „gesetzlich dazu verpflichtet sein“) Anbieter einer Mail-Lösung zu finden, vor einem Jahr ausführlich getestet und damals hat mich vor allem die Unordnung im User Interface und eine für meine Augen eigenartige, vor allem aber unübliche Implementierung der Zwei Faktor-Authentifizierung davon abgehalten, meine E-Mails dorthin zu übersiedeln. Ja, praktisch die gesamte Begründung für die Ablehnung von damals bezog sich auf die Probleme mit dem User Interface. (Ich arbeite oft, gut und gerne online und im Webmail. Gmail hat mich verdorben, I know.)

Die Sorge vor Kontrollverlust, unter anderem auch über die Sicherheit des Systems, ist groß und hinterlässt bei mir ein unangenehmes, das Serviceangebot von Mailbox.org ablehnendes Gefühl. […] Die Oberfläche war für mich […] unübersichtlich und verwirrend […]. Und wenn ich […] auf die Hilfeseiten eines Services angewiesen bin, um überhaupt verstehen zu können, wie die 2FA hier funktioniert, dann ist das in meinen Augen äußerst misslungen umgesetzt.

Mailhosting bei Mailbox.org? Nicht für mich.

Hat sich in dieser Richtung irgendetwas verbessert? Nein. Und ich muss ehrlicherweise sogar sagen: Ganz im Gegenteil! Anstatt das Vorhandene auf zumindest ein erträgliches Niveau an Komplexität zu bringen (sprich: vereinfachen!), hat sich Mailbox.org im letzten Jahr offensichtlich aufs Hinzufügen neuer Funktionen konzentriert und den für mich wichtigen Task der radikalen Vereinfachung nicht unternommen. Das ist schade, sehr schade sogar, denn es zementiert die Vorherrschaft von einfachen und klar gestalteten Systemen umso mehr ein. Wir werden wohl alle noch länger bei Office 365, FastMail, Google Workspace und anderen, großen, meist amerikanischen Anbietern bleiben.

Verwirrt vor lauter verwirrter Verwirrung

Im Grunde ist es sogar noch schlimmer geworden, denn was ich vor einem Jahr noch als nicht schön, wohl aber irgendwie unabdingbar und, dem Druck der Pandemie geschuldet, in seiner Implementierung als nicht schöne, aber funktionale Notlösung akzeptiert habe (ich spreche hier von Login- und Username-Eingabemasken für den Chat, den Video-Call oder andere Applikationen), lehne ich heute, ein Jahr später, gänzlich ab. Vollständige Login-Masken in einer Benutzeroberfläche anzeigen, obwohl ein:e User:in angemeldet ist, ist für mich – mit sehr wenigen Ausnahmen – ein absolutes No-Go. Ich denke auch, dass Mehrfachlogins vielen anderen auch eigenartig vorkommen und – man beachte, wie ich jetzt die Meinungsgewalt an mich reiße und mich selbst durch Nutzung des „Wir“ als Sprachrohr präsentiere – bei uns allen ein gewisses Maß an Verunsicherung und Verwirrung auslösen. Warum diese Anmeldungen im Interface an einigen Stellen sogar noch mehr geworden sind, ist mir ein Rätsel. Der User Experience ist das definitiv nicht zuträglich und damit ist für mich das eine Leider-nein-Kriterium abermals erfüllt.

Verwirrt bin ich aber auch aufgrund der Strategie, die Mailbox.org offenbar fährt. Wenn ich es richtig sehe, gibt es 3 (!) neue Applikationen in der Toolbar:

  1. OpenTalk, ein Meeting-Tool wie Google Meet oder Microsoft Teams.
  2. Etherpad, ein zur Kollaboration taugliches Notizbuch.
  3. Framadate, ein Umfragetool, von dem ich überhaupt noch nie gehört habe.

Insgesamt bekommt man also im Mailbox.org-Tarif nun zehn (!) Applikationen vorgesetzt. Ich weiß nicht, wie ihr, liebe Leser:innen es handhabt, aber wenn ich mir Essen über einen Lieferdienst bestelle, dann ist für mich ein ziemlich entscheidendes Kriterium, ob ich in der Menüauswahl alles von Kebab über Pizza, Sushi, Curries, Falafel und Burger bishin zum Schnitzel sehe oder ob ich beim Lokal einen Fokus auf eine bestimmte Küche erkennen kann, aus dem ich dann eine dementsprechende Steigerung in der Qualität ableite. Macht mit dieser Aussage, was ihr wollt und zieht eure eigenen Rückschlüsse auf den Zusammenhang mit Mailbox.org. Für mich gilt jedenfalls: Weniger ist mehr – und oft besser. Wenn aber die Strategie von Mailbox.org lautet, noch mehr an Tools und Applikationen hinzuzufügen anstatt die vorhandenen zu verbessern – und so scheint es im letzten Jahr gewesen zu sein -, dann mag das für eine Nutzer:innengruppe interessant sein, für mich allerdings nicht. (Erinnert ihr euch an das Statement von Daniel aus einem Kommentar zum letztjährigen Mailbox-Artikel? Hiermit ist der Kreis geschlossen.)

Ausnahme IMAP/SMTP für App-Nutzer:innen

In der Kapitelüberschrift habe ich eine Ausnahme angekündigt. Voila, hier ist sie!

Wem das Webinterface und die Tatsache, dass man für ein ganzes Portfolio an Applikationen zahlt, aber nur eine davon, nämlich E-Mail, nutzt, egal ist, der soll sich bitte einen Account bei Mailbox.org einrichten, bevor er oder sie es bei einem der außerhalb der EU angesiedelten oder zwar innerhalb der EU angesiedelten, aber nicht standardkonformen Anbietern tut. Die Preise sind trotz Ballast wie OpenTalk, Etherpad und Framawhatever durchaus vergleichbar und kompetitiv. Man muss das Webinterface ja nicht nutzen (und viele tun es ja auch nicht, weil sie ohnehin ihre E-Mails mit iOS-/Android- und macOS-/Windows-Apps abrufen).

Ist das Konto einmal eingerichtet, muss man sich zwar einmalig durchs Webinterface kämpfen, aber es sind nur wenige Schritte bis zur Erlösung:

  1. Einmal im Webinterface anmelden,
  2. durch die Einrichtung einer 2FA quälen,
  3. die IMAP-/SMTP-Daten holen und
  4. die Mail-Apps auf allen Endgeräten einrichten.

So geht das Senden, Empfangen und Verwaltgen von E-Mails natürlich auch und man bekommt wohl das beste beider Welten: Die solide IMAP/SMTP-Implementierung von Mailbox.org, datenschutzfreundlich, standardkonform und in der EU gehostet, und die aufgeräumten Luxus-Interfaces von Spark, Outlook, Apple Mail oder anderer Mail-Applikationen.

Trotz des ganzen Ballasts, den Mailbox.org da krampfhaft ins Webinterface packt, bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass die Kernfunktion, sicheres und vor allem standardkonformes IMAP/SMTP zur Verfügung zu stellen, ordnungsgemäß und state-of-the-art genutzt wird. Und, das nur nebenbei, ist nur ein Aspekt des Schutzes von Daten. Ein anderer ist zum Beispiel das Abwehren von unrechtmäßigen, von Rechtswegen bedingten Ansprüchen und Anforderungen, was Mailbox.org ebenso transparent und im Sinne des Schutzes und der Sicherheit von Daten vorbildlich leistet.

Ich bin aktuell mit meinen Accounts bei anderen Mailprovidern untergebracht, weil ich den einen Fokus gegenüber dem 🍕🍣🍔🍛-Shop präferiere. Herrje, hätte Mailbox.org einen Tarif im Plan, der den ganzen Schmonzes und Ballast auslässt und mir pures IMAP/SMTP samt minimalem – aufgeräumtem! – Konfigurationsinterface (also ähnlich wie beim in der Schweiz ansässigen Anbieter Migadu) anbieten würde, ich würde wohl stark ins Wanken kommen, meine aktuellen Abonnements nicht mehr zu verlängern…

Zum Schluss

Ich habe es abermals versucht, Mailbox.org, ein Jahr nach meinem letzten Versuch. Auch diesmal wieder ehrlich gemeint und mit den besten Absichten und Hoffnungen, die sich aus der Konversation in den Kommentaren zum letzten Review, weiterer Lektüre in diversen Foren und gelegentlichen Nachrichten von Userinnen und Usern, die mir ihre Erfahrungen mit Mailbox.org geschildert haben, ergaben.

Nach wie vor bin ich überzeugt, Mailbox.org hat einen hochgesteckten Anspruch, beginne aber, angestoßen durch die operative Weisheit, ein guter Plan, der jetzt ausgeführt wird, ist besser als ein perfekter Plan, der nie ausgeführt wird, in eine Richtung zu kippen, in der die Umsetzung all meiner Hoffnung auf Verbesserung nicht mehr realisierbar scheint. Sicherlich, es ist nur ein Jahr vergangen und ein Rework des Interfaces wird wohl einiges mehr an Zeit benötigen. In der Hinsicht ist aber, so wie ich das sehe, wenig bis gar nichts passiert, was mir einen eindeutigen Schritt nach vorne in eine für mich interessante Richtung vermitteln würde.

Der eigentlich Schluss im Sinne einer Conclusio ist nahezu gleichlautend mit dem von vor einem Jahr: Vielleicht hilft dieser und der letzte Beitrag zum Thema, die Arbeit am User Interface doch noch einmal zu evaluieren und ist bestenfalls ein Anstoß, den in den Kommentaren zum letzten Artikel als Idee präsentierten Weg, die Mammutaufgabe einer Entwicklung eines eigenständigen User Interfaces selbst in die Hand zu nehmen und sich aus der Abhängigkeit von einem mehr als offensichtlich mit dem Anspruch und der Vielzahl an Tools nicht mehr kompatiblen Framework zu lösen. Schön wäre es zumindest.

Ich werde beobachten, wie und was bei Mailbox.org passiert, denn nach wie vor sehe ich keine wirkliche Alternative in puncto datenschutzfreundliches Mailhosting in der EU. Ja, ich habe mir andere Anbieter (und sogar das leidige iCloud-Mail, aber das hat jetzt mit Datenschutz und EU nichts zu tun) angesehen, aber wir brauchen da nicht um den heißen Brei herumreden: Entweder die Architektur ist in User Interface, Sicherheit, Standardkonformität und Funktionalität solide oder eben nicht. Und wenn man diese Kriterien ohne Kompromisse anwendet, dann wird der Pool an europäischen Mailanbietern sehr dünn. Unternehmen, die die Vorgaben der DSGVO und die eben formulierten Ansprüche solide erfüllen, kann man vermutlich an einer Hand abzählen während man die Kaffeetasse in derselben Hand hält.

Die Marktlücke für einen europäischen Mailanbieter mit dem Anspruch an Design, Security und Features, der es mit Gmail, FastMail oder dem Outlook aus Office 365 aufnehmen kann, ist meiner Meinung nach immer noch offen. Aber die Lücke schließt sich schnell. Einerseits ziehen amerikanische Unternehmen mit einer irren Geschwindigkeit nach, verbessern ihre Services und arbeiten daran, DSGVO-kompatible Lösungen anzubieten. Andererseits verbessern sich Mail-Applikationen in einem so dermaßen schnellen Tempo – was Spark oder Outlook gegenwärtig leisten und wie sehr hier am User Interface gearbeitet wird, ist beachtlich; selbst der Designkönig Apple ist in Zugzwang geraten, aber gescheitert -, dass aufs Mailhosting spezialisierte, datenschutzkonforme und fokussierte Provider wie Migadu, die zwar solides IMAP/SMTP, aber eben nur ein minimalistisches Webinterface bieten und hohes, technisches Know-How bei ihren User:innen voraussetzen, eine günstige, aber in der Wahrnehmung technisch versierter User:innen gleichwertige Alternative bieten.

Ich glaube, Mailbox.org bewegt sich hier irgendwo dazwischen, hat sich aber noch nicht so richtig entschieden, wohin die Reise nun wirklich geht. Oder ich seh’s nicht. In beiden Fällen ist das meiner Entscheidungsfindung nicht zuträglich.

34 Kommentare

    • Hallo Daniel, nein, habe ich nicht. Vor gar nicht allzu langer Zeit hat auch ein Daniel (warst das du?) beim Original-Artikel kommentiert, dass sich ja nach wie vor nichts verändert hätte, also habe ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht, hinzusehen. Ich habe einmal eine sehr ausgiebige Kritik geschrieben, das nach einem Jahr noch einmal gemacht. Wenn dann immer noch nichts passiert, dann liegen die Prioritäten woanders, denke ich mir. Wenn ich mich jemand darauf hinweist, dass sich bei Mailbox.org maßgeblich etwas geändert hat, dann sehe ich es mir vielleicht noch einmal an, aber dieses vielleicht ist eher ein „perhaps“ als ein „definitely“, wenn du verstehst, was ich meine.

  1. Ich glaube das war ich ja. Mich nervt die schleppende 2FA Integration, keine wirkliche Yubekey Einbindung, und fehlenden App Passwörter für imap von Mailbox.org auch. So sehr, dass ich gerade überlege den Anbieter zu wechseln. Protonmail gefällt mir, allerdings funktioniert dort die Suche nicht wirklich mobil (nur der Betreff wird gefunden). Ich hätte gern auch was mit Tags zusätzlich zu ordnen. Du bist bei Fastmail? Hast du da keine Bedenken hinsichtlich Datensicherheit?

    • Lass es mich so formulieren: Fastmail hat mich noch nie im Stich gelassen. Das ist mit Abstand einer der stabilsten Services, mit dem ich je gearbeitet habe. Dieses Kriterium erfüllen die also vollständig. – Das andere Thema ist nun Sicherheit. Und die ist nur solange wertvoll, solange sie im Verhältnis zum Aufwand steht: Wenn du also etwas, was bestimmt sicher ist (zb Protonmail) nutzt, aber die Suche nicht vernünftig nutzen kannst, dann geht sie verloren. Ich denke da an alle Anbieter, die eigene Apps benötigen oder sonst wie inkompatibel sind. Bei Fastmail bekommst du eine meines Erachtens nach sehr gute Architektur mit allen Standards, die man gewöhnt ist. Es kann sein, dass es deutsche oder zumindest in der EU liegende Provider gibt, die das auch können, ich bin aber halt dort gelandet und seit vielen Jahren zufrieden.

      Dass Security nicht absolut sein kann, habe ich selbst erst geistig erfassen und realisieren müssen. Ein sehr hilfreiches Statement, das auch mich stark in eine etwas entspanntere Richtung bewegt hat, ist die Mossad-Regel von James Mickens. Vielleicht hilft sie ja auch dir bei der Entscheidung…

  2. Ja, die Suche würde mich bei Proton wirklich sehr stark einschränken. Ob die Regierung mitliest ist mir zumindest bei den meisten Ländern (China o.ä. Ausgenommen) egal. Mitarbeiter eines Dienstes sollten eher nicht mitlesen können. Ein datenleak nach extern wäre gar nicht gut. Sagen wir mal so: Ich habe gewisse Vorlieben (legaler Art), deshalb will ich nicht das emails leaken könnten aus meinem Account von Anmeldungen bei Diensten, Kommunikation mit meiner Freundin etc.
    Bei Fastmail würde mir die Integration in 1Password (masked email) extrem gut gefallen, da ich den Passwort Manager seit Jahren nutze.

    Aktuell bin ich wie gesagt bei Mailbox.org

    • „Mitarbeiter eines Dienstes“ – ich glaube, gerade die werden es immer und zu 100% schaffen. Egal, wie sehr gesichert wird. Insofern entscheide dich für etwas das gut genug ist, um deine Anforderungen zu erfüllen und auch einen Eigenanspruch hat, etwas zu bieten, das die Bezeichnung „sicher“ erfüllt. – Für mich war das, wie gesagt, Fastmail.

  3. Hi,

    hier ist der „andere“ Daniel, der hier auch hin wieder was gepostet hat dazu :-) Daher nun auch Daniel 2.

    Ich bin auch immer noch auf der Suche nach der idealen Lösung.

    Bzgl. mailbox.org:
    Bei mailbox.org nerven mich leider immer wieder die leeren Versprechungen die gemacht werden und dann passiert Jahre lang einfach nichts in dem Bereich (2FA, App-Passwörter, bessere Integration und Nutzbarkeit von Funktionen – aktuell ist es ein zusammengewürfeltes Chaos wenn man mal in Ihrer WebGUI versucht was zu administrieren – und es wird immer schlimmer).
    Eigentlich ein super Dienst mit richtig viel/gutem Potential, aber leider wie oben geschrieben (bzw. hier auch zu Lesen), der Fokus des eigentlichen Maildienstes geht immer mehr verloren. Schade.

    Bzgl. Fastmail:
    Wie Du schon oft geschrieben hast, eigentlich ein nahezu perfekter Dienst.
    Wäre dort nicht die Tatsache, dass es ein australisches Unternehmen ist, welches Daten Remote auf ext. Servern in den USA speichert (früher hatte Fastmail auch mal Server in der EU – nach einem Zeitraum der Nichtverfügbarkeit in Deutschland auf Grund von Unstimmigkeiten mit Dt. Behörden sind auch die EU Server in den Niederlanden auf einmal verschwunden – was da genau los war, und ob es ein Zusammenhang gibt…. ich weiß es nicht).
    Insgesamt ist mir damit nicht so ganz wohl. Übrigens speichert Fastmail gewisse Daten für die Ewigkeit und diese löschen sie auch nicht. Ich war früher mal dort, eine lange Zeit nicht, dann wieder angemeldet und die hatten meine Telefonnummer mit Zuordnung zur Person noch im System und gesagt, dass sie das aus „Gründen“ für immer speichern (DSGVO Konform? Ich glaube nicht…).

    iCloud Mail Domains:
    Wer im Apple Kosmos ist findet hier durchaus einen guten/preislich attraktiven Service der funktioniert! Die Userzahlen mit eigener Domain gehen nach Oben – das hat auch Gründe.
    Hat zwar nicht die immense Funktionalität wie andere Services – wurde aber auch nie behauptet, dass es das jemals sein will…

    Proton Services:
    Proton entwickelt sich in meinen Augen aktuell sehr gut und schnell und bietet mehr und mehr Services an. Nicht nur Mail, sondern auch VPN (brauchen sie auch, da in ein paar Ländern der Welt sonst Proton Mail nicht geht), Passwort Manager, Drive, Kalender usw…
    Doch was mir aktuell (trotz div. Einschränkungen – woran man sich wohl gewöhnen würde/wird, wenn man es eine Zeit nutzt – zumindest liest man das von div.Usern) ist, dass es kein richtiges Offline-Usage gibt, dass es noch Einschränkungen hat was Kontakte-Sync auf Endgeräte angeht, usw.
    Aber ein paar Sachen sind dort überragend: Tracking-Schutz und Link-Bereinigung, gute Sicherheits-Features für den Account usw.

    Denn ich glaube gerade für den Endnutzer kommt es nicht so sehr darauf an, sich vor den größten Geheimdiensten der Welt zu schützen (die sollten Mails nicht nutzen, die das wollen), sondern eher vor Phishing, Scams, User-Profiling durch die Werbe-Industrie und vor Identitätsdiebstahl durch Social-Scanning usw.).
    Da helfen Tracking Schutz, Link-Bereinigung und ein paar andere Features doch sehr enorm.

    Mailbox.org bietet das überhaupt nicht an, Apple hat das in Ihre Systeme integriert, Fastmail ebenfalls, Proton Mail noch eine Stufe höher, als andere.

    So – jetzt habe ich aber weit ausgeholt. Aber ich finde die Seite hier richtig gut und sie hat für kleine Themenbereiche oft auch sehr ausführliche Beiträge, dann dürfen doch die Kommentare auch mal etwas ausführlicher sein.

    Ich für mich pausiere mailbox.org aus den o.a. Gründen und hoffe, dass sie bald mal wieder einen Fokus finden (gerne zurück auf das Kernprodukt Mail) und endlich mal die ganzen kleinen Baustellen angehen und fixen.
    Evtl. macht auch ein kompletter Relaunch des Gesamten und auch der Marke mehr Sinn?! Aber das entscheide weder Ich noch sonst ein User – das ist nur meine persönliche Meinung.

    • Liebe Daniel 2, ich bin sprachlos – das ist ja kein Kommentar mehr, sondern ein ganzer Blogbeitrag. Und keine Sorge, auch solche Kommentare sind mir sehr willkommen, geben sie doch auch einen guten Überblick über die Erfahrungen Anderer.

      • Was mailbox.org angeht, habe ich ohnehin schon mehrfach dazu geschrieben. Aber ich bin da ganz bei dir.
      • Die Tatsache, dass Fastmail ein australischer Dienst ist, war mir bewusst, auch, dass sie ihre Server angemietet haben. Dass mit den EU-Server wusste ich nicht, aber da recherchiere ich noch, das interessiert mich.
      • Über die iCloud E-Mailfunktion habe ich auch schon geschrieben und sehe sie nach wie vor so, wie damals: Wer kein Power-User ist, der wird dort glücklich werden. Allerdings darf man natürlich auch nicht vergessen, dass Apple ebenso ein US-Anbieter ist und wenn ich es jetzt nicht ganz falsch im Kopf habe, die iCloud Mails sogar zur Gänze in den USA gehostet sind.
      • Zu Proton kann ich nichts sagen – danke für deine Ausführungen!

      Danke fürs Mitlesen und für diesen „Gastbeitrag“ ;-)

  4. Hallo Daniel 2,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich bin momentan ebenfalls nach 2-3 Jahren mailbox.org wieder auf der Suche, aus den genau von dir genannten Gründen.

    Zum Thema iCloud Email:
    Die sind doch nicht Teil der Vollverschlüsslung die man dort optional aktivieren kann? Außerdem fand ich deren Spamfilter damals ganz schrecklich (als es noch @me.com war).

    Tuta.com (ehemals Tutanota) find ich auch ganz spannend, fällt wegen fehlender tags Funktion aber aus meiner Liste. Die Mac App sieht auch eher zusammengebastelt aus vom Design her.

    Fastmail.com finde ich technisch spannend, allerdings fällt das aufgrund Australien weg. Nicht weil ich was dagegen habe wenn Behörden meine Emails lesen, sondern mit dem Sicherheitsrisiko das aufgrund der technischen Integration damit einhergeht.

    Proton ist momentan mein Favorit. Eine Mac App ist ebenfalls gerade in der Beta und sollte mittelfristig (vermutlich Mitte des Jahres) für jeden verfügbar sein. Das look and feel find ich schon sehr sehr gut! Das einzige was mich stört ist, dass man Emails mit der iOS App nicht in Volltext durchsuchen kann (das geht bei Tuta.com).

  5. Hi Daniel 1,

    in der Tat sind wir (wie beim Namen auch) mit sehr ähnlichen Interessen auf der Suche.

    Ich habe aktuell (und auch in Vergangenheit) immer mal wieder intensiv verglichen und kann sagen – einfach nicht einfach. Insgesamt der beste Dienst ist und bleibt einfach Fastmail. Wobei die halt die genannten Punkte haben mit Wahl des Anbieter-Landers und Serverstandorte bzw. Remote Management der Server.
    Was ich immer gerne als Vergleich nehme ist auch mal ein Einblick in die Header von Mails. Und Fastmail schreibt da immer mehr und mehr rein (sprich da wird auch immer mehr geloggt, kontrolliert und gesteuert). Wenn man das mit Proton und auch mailbox.org headern vergleicht – die sind clean und auf das Nötigste beschränkt. So muss es eigentlich sein.

    Bzgl. Deiner Punkte:
    – iCloud: keine Vollverschlüsselung, sowie auch nicht bei Kalender und Kontakten. Damit sie eben so funktionieren, wie sie sollen (wie bei mailbox.org auch – da ist auch nix verschlüsselt, es sei dann mit will/nutzt den Guard)
    – bei Tuta bin ich raus, da die mir zu weit weg vom „Standard“ sind. Entweder halt Standard SMTP/IMAP oder wenn wie Proton, dann Plain PGP. Tuta hat was eigenes gebaut… Wer weiß was.
    – Fastmail: Siehe oben
    – Proton: Eigentlich auch mein großer Favorit, ABER: kein Kontakte-Sync mit mobilen Devices bzw. auch nicht richtig mit Desktop-Systemen bedeutet doppelte Kontakte, Sync-Chaos usw. und kein wirklicher Offline Mode – irgendwo mal ohne Empfang unterwegs, können keine Mails gelesen werden, Termine in den Kalender eingetragen werden usw. (ja, das kommt sicherlich bald irgendwann… Doch ist „bald“ ein sehr dehnbarer Begriff und kann auch noch Jahre dauern.
    – mailbox.org: definiert den Begriff „bald“ sehr ähnlich wie Proton. Leider ist im Bereich Mail die Entwicklung (zumindest nach Außen hin) sehr sehr stark stagniert. Wirklich schade wahrzunehmen – ist aber leider so.

    Gar nicht so einfach ein Ziel auf der Reise zu finden.

    • Ich bin momentan auch auf dem Trip, dass ich alles lieber mit Tags (bei Google Label genannt) organisieren will.
      Dazu bietet mir mailbox.org leider gar keine Möglichkeit.

      Vorteile sehe ich zum Beispiel bei der Umsetzung einer Zero Inbox Strategie. So kann ich auch Emails aus den gesendeten Objekten oder dem Archiv verschlagworten ohne den Speicherordner zu ändern. Außerdem kann eine Email auch mehreren Tags Zugwiesen werden.
      Ordner bieten diese Möglichkeiten nicht an.

  6. Ich glaub ich muss nochmal einen Player in den Ring werfen:
    Skiff.com

    E2E verschlüsselt, die Apps viel hübscher und funktionaler als die von Proton (meine Meinung). In der Nachrichtenliste der iOS-App sind die Tags dezent dargestellt, nicht so unpassend groß wie bei Proton, man kann in der App wegwerf – Email – Adressen erstellen, es gibt Apps für Desktop, die Suche funktioniert auch im Text (auch mobil), es wird 2FA mit Yubekey und Code angeboten.

    Mir fällt bis auf die komische @skiff.com Adresse nichts negatives auf.
    Evtl. noch das der Anbieter in den USA sitzt? (Apps sind Open Source)

  7. Momentan bin ich iCloud+ Mail mit einer eigenen Domain am testen. Leider lässt Apple nur 3 Aliase zu. Die Sicherheit vor externer Übernahme des Accounts gefällt mir dort recht gut. Webzugang kann man gänzlich ausschalten, Zugang mit imap nur durch app Passwörter erlauben (nicht relevant für mich, da ich nur Apple Geräte nutze).

  8. Hi,
    ich hab mich gerade beim web interface von mailbox.org eingeloggt weil ich eigentlich ein paar Filtereinstellungen testen wollte. Ich wurde danach wieder mal übersäht mit komischen Fehlermeldung. Zum Beispiel: „Auf dem Server trat ein vorübergehender Fehler auf. Die Anfrage konnte nicht verarbeitet werden.“ Beim Klick auf Filterregeln zeigt er an: „Bei der Authentifizierung trat ein Fehler auf“.

    Ich bin aber immer noch eingeloggt.
    Sorry, aber das schafft bei mir kein Vertrauen in den Dienst. Wenn man schon im Interface übersäht wird mit Fehlermeldung, wie sieht dann die Codebasis dahinter aus?

    • Ich kann nichts zur Codebasis sagen, aber im Grund bestätigst du mein Resümee des Artikels. Danke für den Selbstversuch ;-)

    • Richtig ja.

      Ich bin parallel zu iCloud Mail auch Fastmail am testen.
      Das gefällt mir rein von der Geschwindigkeit und dem „was man sieht“ richtig, richtig gut! Schade eigentlich, dass die Server in Australien stehen. Wäre das ein Deutscher Dienst wäre die Sache sehr einfach.
      Mir gefällt auch, dass Fastmail mit dem Passwortmanager meines Vertrauens zusammenarbeitet (1Password).

    • Ich bin auch auf Deine Erfahrungen gespannt.

      Achtung, Fastmail hatte noch nie und auch aktuell nicht Server in Australien.
      Fast alle Server sind angemietete Server im 365 Data Centers in Bridgewater, New Jersey, USA. Hinzu kommen noch Server in Seattle.
      Das war’s an Servern.
      Früher hatten sie noch Server in den Niederlanden bei Switch Datacenters. Die wurden aber abgeschafft und es ist nur noch US only.

  9. Ersteindruck:
    – Masked email funktioniert in Verbindung mit 1Password super
    – Domaineinrichtung step by step ist gut gemacht (bin noch nicht durch)
    – Der Status von Emails wird in Sekunden aktualisiert. Sogar Emails auf dem Lockscreen von meinem iPhone verschwinden direkt wenn ich sie auf dem Macbook gelesen habe. Das schafft nicht mal Apple selber bei iCloud Email, dort muss ich am iPhone immer erst die App aufmachen.

  10. Wie schätzt ihr die Sicherheit von Fastmail ein? Ich hab gesehen sie unterstützen kein MTA-STS. Vermutlich weil es nicht notwendig ist?

    Vom Gefühl her bin ich noch nirgends 100% angekommen. Ich teste momentan Mailbox, iCloud Mail und Fastmail parallel.

  11. Also ich überlege mir wirklich, ob ich nicht alles zu den Proton Services umziehe. Insgesamt ja schon ein sehr gutes Gesamt-Paket, EU Hosting (Mailserver erfüllen alle Standards). Man hat zwar „Komfort-Einbußen“, aber dafür halt mehr Sicherheit insgesamt…

    Von US Services werde ich versuchen Abstand zu nehmen denke ich. iCloud Mail ist verlockend, aber wenn man mal schaut, was man schon alles bei Apple liegen hat – ich weiß ja nicht, ob es dann auch noch die kompletten Mails sein sollen?! (All in one basket – eher keine gute Idee).

    Fastmail an sich ist wirklich mega gut was die Services angeht… Aber braucht man das wirklich alles und will man das alles….

    Gegenüber Proton steht dann halt noch mailbox.org als einziger, richtiger Konkurrent bei mir.
    Je nach Modell ist dann mailbox.org aber sogar teurer als Proton. Das muss dann jeder für sich selbst entscheiden denke ich.
    Unterschiede zwischen Proton und mailbox.org gibt es natürlich einige – da muss man auch entscheiden welche Variante man gehen will.

    • Hm, jetzt überlege ich wieder Proton doch nochmal eine Chance zu geben. :D
      iCloud Mail ist aber definitiv raus.

    • Na dann: go for it! Für mich kommt Proton Mail wegen der komplett geschlossenen Architektur halt leider nicht in Frage. Ich habe einige Dienste, die automatisiert über ein Standard-Interface oder -Protokoll wie IMAP oder SMTP drauf zugreifen können müssen. Mir ist der Lock-In-Effekt von Proton Mail etwas zu hoch. Aber vielleicht berichtest du nach einem längeren Proton-Test mal, wie’s dir geht? Würde mich freuen!

  12. Ich denke nach diesem Wochenende kommt es bei mir zum showdown.
    Meinst du mit lock-in-Effekt das look and feel von Proton? Also die User experience wenn man die Apps von denen nutzt?

    • Na, dann bin ich aber gespannt, wofür du dich entscheidest! Mit Lock-In-Effekt meine ich, dass du bei Proton das gleiche Problem haben wirst, wie zum Beispiel bei Hey: sind deine E-Mails einmal drinnen, bekommst du sie nur noch schwer wieder raus.

    • Den Kommentar versteh ich nicht. Proton bietet doch für alle Systeme eine importer und exporter App an um die Emails rein und raus zu bekommen vom Dienst.

    • Hi,

      Lock-In Effekt gibt es quasi gar nicht bei Proton mehr wegen Import und Export Möglichkeiten. SMTP Outgoing bekommt man z.T. auch, wenn man es über Support in der WebGUI beantragt.

      Ansonsten gibt es ja auch noch deren Bridge.

      Mir gefällt die generelle Integration sehr gut. Besser gelöst als z.B. mailbox.org
      Proton Pass braucht noch was, bis es mal gut/umfangreich genug ist/wird. Drive ist schon sehr gut und VPN läuft super.
      SimpleLogin Integration ist inklusive (Premium) – bedarf aber etwas Einarbeitung.

      Für mich kommt wirklich aktuell nur mailbox.org und Proton in Frage.
      Fastmail ist zwar der beste Anbieter, aber definitiv mag ich nicht mehr AUS Anbieter haben mit US Servern… Schade. Aber das habe ich so für mich definiert.

      iCloud ist auch raus wegen den Einschränkungen welche von Daniel 1 genannt wurden.

      Und wenn man in der Family Proton nutzt mit den Services, dann ist es auch gar nicht mehr teuer bzw. z.T. sogar günstiger als andere Anbieter.

    • Danke für die Antwort auch dir, Daniel 2! Ich finde es spannend, wie in dem ganzen Kommentarverlauf alle, die Zweifel haben oder mehr Information zur Wahl eines Mailproviders benötigen, von euch beiden mit eben diesen Informationen gut versorgt und mit Überlegungen und Handlungsstrategien ausgestattet werden. Super Sache, danke!

  13. Ich bin mit Proton Mail + eigene Domain jetzt glücklich. Skiff wurde übrigens von Notion gekauft und wird nicht mehr weiter geführt.

    • Sehr cool! Ich bin schon gespannt, was Notion jetzt mit Skiff und der Kalender-App, die die ja auch erst vor kurzem gekauft haben, machen wird. Das Potenzial ist meiner Meinung nach gewaltig.

    • Schön, dass Du bei Protonmail mit Domain glücklich bist. Finde den Service auch super und bin aktuell schwer begeistert, auch wenn er ein paar „Einschränkungen“ hat, bzw. noch in Entwicklung ist.
      Skiff war mir noch nie „Geheuer“ – deshalb habe ich das schon immer ignoriert.

      Fastmail scheint neue Preise in der Pipeline zu haben. Siehe hier:
      https://imgur.com/a/CwvAZJc
      bzw.
      https://imgur.com/a/IVlbZCg

      Die bekommt man wohl angezeigt, wenn man sich jetzt neu registriert.

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