Überwachungstechnologie für… passende Playlists? #

Wie konnte das an mir vorbeigehen? Spotify hat ein Patent eingereicht, um seinen Kundinnen und Kunden kontinuierlich zuzuhören und, neben anderen Dingen, den emotionalen Status, das Geschlecht oder das Alter aus den Gesprächen zu ermitteln. – Ich vermute, um passende Playlists anzubieten. 🙄 Zu solchen Plänen fällt mir immer nur der Titel eines TED-Talks von Zeynep Tufekci ein: We’re building a dystopia just to make people click on ads.

Aral Balkan zu „Microsoft cares about your privacy“

https://vimeo.com/523923643#t=10m47s

In diesem Abschnitt eines Videos (zu einem völlig anderen Thema) wird Aral Balkan mit einem Cookie-Consent-Banner von Microsofts Bing-Suchmaschine konfrontiert. Er nimmt das zum Anlass, sein Video zu unterbrechen und sich etwa sieben Minuten lang dem Cookiebanner zu widmen. (Die Sequenz beginnt bei 10:47 und dauert etwa sieben Minuten.)

Abgesehen von all dem Irrsinn, den man auf Cookie-Bannern findet, habe ich beim Ansehen kaum meinen Augen getraut, als ich gesehen habe, dass selbst unter „Manage Preferences“ vorausgewählte und nicht abwählbare Optionen vorhanden sind, die man aber erst sieht, wenn man sehr lange nach unten scrollt. Der Scrollbalken ist lange, also wirklich sehr lange scrollt.

Ich kann dieses Video nur empfehlen. Es geht die Sache fast schon humoristisch an, beim Zuschauen wird einem aber klar, wie viele Unternehmen an der Ausbeutung privater Daten beteiligt sind und wie vielen davon welche Art von Daten übermittelt wird, wenn man ohne darüber nachzudenken, einfach auf „I accept“ klickt. – Was viele angesichts der nahezu unendlichen Zahl von Cookiebannern mittlerweile tun. (Es gibt ein wenig Abhilfe, aber die muss man erst mal in Anspruch nehmen.)

deletefacebook.com #

Durch Zufall bin ich wieder auf die Seite deletefacebook.com gestoßen. Während wir hier die Pandemie hinter uns bringen, liefert jeder Besuch, jedes Like, jedes angesehene Video, schlicht und einfach jegliche Interaktion mit Facebook dem Werberiesen mehr und mehr Material über uns, das er – aggregiert, ausgewertet und dem Profil unseres digitalen Zwillings hinzugefügt – verkaufen kann. Das Motto lautet also: Wir verlassen Facebook. Und dass euch auf Facebook ohnehin nur noch fad ist, ist Tatsache.

Zu den WhatsApp-Aktualisierungen

Bei WhatsApp dürfte nach den angekündigten Änderungen der AGB und der damit ausgelösten Abwanderungswelle zu anderen Messengern (vor allem dürften viele von WhatsApp zu Signal wechseln), wohl der Hut brennen. Man veröffentlicht also einen Blogbeitrag und beteuert, eigentlich eh nichts zu ändern, sondern nur neue Möglichkeiten schaffen zu wollen; und sie halt eben nicht schon im Februar, sondern erst im Mai einzuführen. Weiterlesen

Wer ist Schuld an der App-Skepsis?

Wenn ich lese, wie die banale Verwaltung von Daten auf große Skepsis stößt, dann frage ich mich, ob wir, also diejenigen, die den Datenschutz eingemahnt und auf die Gefahren von Datenmissbrauch hingewiesen haben, es waren, die das gegenwärtige Unbehagen auch bei als datenschutzfreundlich auditierten Apps ausgelöst haben oder ob es doch eine generische Furcht vor den üblichen Datenkraken ist, die die Menschen davon abhält, nützliche und der Bekämpfung der Pandemie dienliche Apps zu installieren und zu verwenden.

MS Teams für E-Learning ist ein Problem…

Ein erstaunlich gradliniges Interview in der SZ mit Anwalt Peter Hense zum Thema Microsoft Teams (und, allgemein: Microsoft-Produkte) in Schulen und Unternehmen im Lichte der jüngsten EuGH-Entscheidung. Der für mich bedeutendste Teil des Interviews, der auch für Österreich mit Sicherheit gilt, war diese Frage/Antwort-Passage:

Warum greift der Staat beim Datenschutz auf solche Hilfskonstrukte [d.h.

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Nur Verschlüsselung schützt

Der hamburgische Beauftragte für Datenschutz ist nach dem Privacy-Shield-Urteil des EuGH der Meinung, dass auch die auf Standardvertragsklauseln basierende Datenübermittlung in Drittstaaten konsequenterweise ungültig sein muss.

Wenn die Ungültigkeit des Privacy Shield primär mit den ausufernden Geheimdienstaktivitäten in den USA begründet wird, muss dasselbe auch für die Standardvertragsklauseln gelten.

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„Privacy Shield“ unwirksam

Die DSGVO verbietet die Verarbeitung personenbezogener Daten außerhalb der EU, sofern in den Drittländern – und dazu gehören die USA nun einmal – kein angemessenes Datenschutzniveau herrscht. Ob ein solches herrscht konnte bisher im Wesentlichen an zwei Indikatoren festgemacht werden: Die beteiligten Unternehmen aus Drittländern konnten ein Privacy-Shield-Zertifikat vorweisen oder es wurden zwischen vorgefertigte Standardschutz- bzw. Weiterlesen