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Sonntagsarabesken #43

Erscheinungen; wenn der Fluß glänzend wie eine Makrele auf venezianischem Markttisch in seinem Bett aus Stein liegt, träger Quecksilberspiegel, und stahlgraue Wolkenbahnen dunkles Azur durchziehen, dann sehe ich Dich vor mir stehen. Ich…

Ostseeatem

[Hier war ein Zitat aus Alexander Peers Buch „Ostseeatem“ abgedruckt. 3 Sätze, die ich auf Ö1 gehört habe, die mir gefallen haben und die ich hier, aus der Ö1-Sendung „abgehört“ zitiert habe.] Peer…

Sonntagsarabesken #42

Wir haben einander lange nicht mehr gesehen. Wir haben einander lange nicht mehr berührt. Unsere Leben haben sich entknotet. – Er spürt, wie sich die Silben zwischen seinen Lippen formen, wie plastische Objekte,…

Sonntagsarabesken #41

Geschwindigkeit. Unter einem fleischfarbenen Himmel dehnen sich bewaldete Hügel, und gekühltes Bier in Flaschen rollt durch den Kofferraum. Wohin auch immer die Reise geht: Der schlechte Geschmack früherer Ungewißheit liegt hinter mir. Der…

Der intellektuelle Prolet 8

Ich schlage Haken auf dem Weg durch die Nacht und merke, dass die Dosis nicht hoch genug war. Meine Nasenscheidewand ist entzündet, und der Schleim löst sich in dünnen Bächen. Ich sehe das…

Sonntagsarabesken #40

Er sitzt im Il Tempo und genießt ihr Gesicht. Die großen, wasserblauen Augen haben die Unschuld von vor sieben Jahren bewahrt; doch rundherum? Kurze schwarze Haare, am Ansatz kastanienbraun aufgehellt, eine Nuance, die…

Sonntagsarabesken #39

November in Neapel. Ein milder Abend. Drei Freunde saßen auf der Terrasse eines Fischrestaurants beim Nachtisch. Der Sherry war vorzüglich. Gedämpft drang der Lärm des Hafens über die spiegelglatt liegenden Wellen zu ihnen…

Kaulquappenrettung

Heute im Stiegenhaus gesehen: Etwa dreißig bis vierzig Kaulquappen, rundherum eine kleine Wasserlacke. Die Tierchen kurz vorm Sterben, daher: Gurkenglas geholt, Wasser rein, Tiere rein, ins Auto, zum Liesingbach, dort hineingeleert. Bis auf…

Sonntagsarabesken #38

Nicht verwirren lassen: Trotz aller formalen Indizien, die dafür sprächen, handelt es sich hierbei nicht um eine IP-Episode. Es ist beschissen, ein gutgläubiger Romantiker zu sein. Noch beschissener ist es allerdings, wenn man…

Sonntagsarabesken #37

Seit der Maimitte versuchten die Franzosen mit verzweifelter Anstrengung, den Schwerpunkt der Maaskämpfe auf das rechte Ufer hinüberzureißen. Nach einer riesigen Artillerievorbereitung holten sie zu einem wuchtigen Schlage gegen Fort Douaumont aus. Es…

Blogging.

Über das Bloggen.

As this blog is getting a bit older, I am becoming aware of what a strange but interesting process blogging is. It sharpens my attention for things to read, leads to an increased hunger for information that can be processed in this daily rhythm.

Sonntagsarabesken #36

Vielleicht gibt es in den frühen Stunden der Nacht – einer verregneten, kalten Wiener Sommernacht – keinen schöneren Trost als Deine Zeilen. Tausend kleine Tode bin ich gestorben. Beinahe unspürbare, zwischen den Tagen…

Sonntagsarabesken #35

Eingehüllt in kalten Wasserstaub steht sie gegen den Zaun gelehnt und wartet. Ihr Gesicht ist ausdruckslos, reglos sogar. Über eine Haarsträhne, die ihr in die Stirn gerutscht ist, perlen Regentropfen. Ihre Schuhe sind…

Sonntagsarabesken #34

Eine unaufgeregte Woche ist vorüber. Sonne und Regen und Sonne haben mir zu verstehen gegeben: Du bist glücklich! Und die samtweiche Stimme von Carlos Gardel tat ihren Teil dazu. Die Gegenwart ist heute…

Sonntagsarabesken #33

Eine Stadt wie eine Liebe, so aufregend, so betörend, so leidenschaftlich. Eine Liebe wie eine Stadt, so bevölkert, so chaotisch, so verwinkelt. – Aus der Stadt der Städte zurückgekehrt in die Stadt der…

Sonntagsarabesken #32.

Canzoniere Notturni Romani In Gedanken ist mir der Pazifik nahe, Das südliche Gestirn, das göttliche Blau Der Wellenkämme, der Augen, Deiner Augen, Das silbrige Grau, das ich nur einmal fand. In Gedanken fliege ich über rote Wüsten, Schwebe durch grün umschlungene Schluchten, Gleite vorbei an platinsprühenden Wasserfällen, Steige auf die zerklüfteten Sandsteinfelsen. In Gedanken streiche ich durch Dein Haar, Das wie ein seidener Vorhang Deine Schultern deckt, Fühle Deine Lippen, weich und kränklich grau, Die in schmerzendem Lächeln erstarrt sind. In Gedanken berühre ich Deinen Rücken, Deine Schultern, Deine Arme, Himmelszelt, Horizont, auf dem in schattiger Herrlichkeit Die Planeten kreisen, Silbermond und Kupfersonne. Doch was sind schon die Gedanken? – Gedanken! Chimären der Tageswende, Gespenster, Traumbilder. Nie werde ich fliegen, Dich berühren, den Pazifik sehen. Nie werde ich lieben.

Pizzeria Fortuna

Kommt man quasi direkt aus Rom zurück und hat dort einiges an Gaumenfreuden in sich hineinbefördert, so schmerzt es umso mehr, seinem lukullischen Schicksal hier in Wien ausgeliefert zu sein: Pizzeria Fortuna, das…

Rom. Resümee.

Mit einem Nimbuisten nach Rom zu fahren, ist eine Sache; ist er dabei allerdings putzmunter, gesprächig und hat eine neue Kamera – eine andere. Gar grauenhafte und unappetitliche Details unserer Mitmenschen wurden während…

Sonntagsarabesken #31

Regen in Rom; dunkler, umschatteter Gewitterhimmel. Blütendolden neben der Stiege von Aracoeli verströmen einen unwirklich betörenden Duft, Wassertropfen neben schillerndem Violett, so violett wie die Augen, in deren Glanz sich mein Gesicht spiegelt.…

Lokalkolorit mit dem Meister.

Keine Angst, ich widme mich nicht der Dominik’schen Wochenverdauung, nein, ich lebe (betont!) ihren Lokalkolorit zusammen mit dem Meister persönlich. (Dieser Herr ist auch dabei.) Für die Zeit meiner Abwesenheit, welche sich nicht zu lange gestaltet, erlaube ich mir auch ein wenig Blogruhe, werde aber spätestens am Montag wieder meine Anmerkungen zum Zeitgeschehen, wie es einst ein Liebhaber der deutschen Sprache formuliert hat, von mir geben. Bis dahin ein schönes Wochenende!

Sonntagsarabesken #30

Thou art more lovely and more temperate – Zittern der Zeit, im Zug von Neapel. Zur Linken schimmert verheißungsvoll das Meer, eine silbrige, zerknitterte Fläche, die hinter müde hingestreckter Ölbaumlandschaft liegt; zur Rechten…

Der intellektuelle Prolet 7

Wie tut es doch gut, aus der Heimat zu hören, dass alles beim Alten geblieben ist! Ich selbst vertiefe mich in die Werke der italienischen spätromantischen Literatur, höre viel Mozart und Vivaldi und…

Berüchtigt….

Hier: “Für mich persönlich war diese Doku übrigens besonders erschreckend, da sie einige sehr ungeliebte Abschnitte meines eigenen Lebens behandelt: Die berüchtigte Tanzschule Elmayer und das Jus-Studium am Wiener Juridicum.”

Thomas‘ Tempel

Ich habe mir heute (wieder und wieder einmal) gedacht, dass Thomas’ Tempel nun definitiv nicht mehr das ist, was er einst war: Am Boden sitzende, unappetitlich McDonald’s-Salat fressende und McDonald’s-Cola gurgelnde (!) Teenager,…

Sonntagsarabesken #29

Sie saß auf der Uferböschung und blickte hinaus über den Fluß, weit hinein in die Eingeweide der Stadt; Nervenstränge, Blutgefäße, Knochen und Organe, nach außen geklappt, quollen ihr förmlich entgegen, die fleckigen Fassaden,…

Sonntagsarabesken #28

How airy and how earthed it felt up there, Bare to the world, light-headed, volatile And carried like the rests in tide or music. Seamus Heaney, Seeing Things, No IV, 1991 Es ist Zeit,…

Sonntagsarabesken #27

Eine Seele größer als der Ozean. Sie brandet an den Strand meiner Wahrnehmung. Sie füllt die Tiefseegräben meiner Hoffnung. Braune Nacht liegt über den glatten Wellen. Das Bestimmte ist im Zusammenhang mit ihr,…

Beruhigung

Nachdem mir Textpattern sowas von abgeschmiert ist, werde ich vorläufig supplement.michaelsremarks.com für Testzwecke laufen lassen. Wenn dann endlich eine vernünftige Version daherkommt, die vielleicht auch iso-8859-1 unterstützt, dann sehen wir mal weiter…

Textpattern

Ich habe heute Textpattern auf meinem Webserver installiert und probiere es momentan aus. Die Installation war so einfach, dass man es kaum glauben möchte, anders hingegen die nachträgliche Konfigurationsarbeit… Dennoch, Textpattern ist äußerst leicht zu…

Sonntagsarabesken #26

Es könnte sein, dass sich in diesem Augenblick zwei Leben kreuzen (zwei ganz bestimmte nämlich). Mit unsicherem Schritt geht der Mann die Straße entlang; seine Augen sind halb geschlossen, denn das Licht verursacht…

Quellcode

Habe heute den automatischen Zeilenwechsel abgeschaltet. Sollten dadurch im Archiv Fehler entstehen, so bitte ich um der Leserschaft Mitarbeit und um eine kurze E-Mail mit dem Permalink des Artikels. Danke!

Designwechsel

Ich habe übers Wochenende wieder ein wenig Zeit, die ich gleich dafür nutzen werde, Michael’s Remarks in puncto Design ein „wenig“ zu modifizieren. Die geschätze Leserschaft ist sich bewusst, was das bedeutet…

Der intellektuelle Prolet 6

Was gibt es Neues? Nun: Regen, Regen, und ich mittendrin, mit leichtem Kater von gestern und viel zu wenig Frühstück im Magen, im versifften Internet-Café an der Piazza Barberini, ich weiss noch nicht…

Der Denkpass

Am 30.01.2004 19:35 Uhr ging’s mit dem Weblog Der Denkpass los. Damals hatte ich noch keine Ahnung, was da draus werden sollte; ich kannte den Denkpass ja nicht einmal. Dann, irgendwann, fängt ein Chief Pedro…

Vorläufiges Ende

Schade, aber das Late Night Blog und das deejay_log werden in den nächsten Tagen/Wochen (Monaten/Jahren?) schweigen. Keine neuen Einträge! Deejay zieht anscheinend um, der Late Night Blogger sieht sich aus anderen Gründen nicht in der Lage, regelmäßig…

Der intellektuelle Prolet 5

Es begab sich, dass ich in meiner postmasturbatorischen Agonie durch die Stadt schlich, mit wundem Hals und wehem Fuß, ja, verdammt, meine Füße haben verdammt geschmerzt, aber das war mir eigentlich scheißegal, weil…

Niedriges Kommentaraufkommen

Im Denkpass wird über die Gründe des niedrigen Kommentaraufkommens sinniert. Bei Michael’s Remarks freut man sich zwar immer stets über Kommentare, bieten sie doch ein wenig Feedback zur getanen Arbeit, muss sich dann aber dennoch…

Krankheit: Start.

Die alljährliche Erkältung (also das, was als "Grippe" durch die Stadt kursiert) ist wieder da! Tempos, ich komme.

Blosxom

Schon gesehen? In letzter Zeit taucht das Logo („powered by blosxom“) immer wieder in diversen Blogs auf. Ich hab mir „das Teil mal angesehen“ und muss sagen, dass mich das einfache Konzept und…

Der geneigten Leserschaft!.

Meine werten Besucher, ihr müsst meiner gestrigen Schreibhemmung mit Verständnis entgegenkommen. Ich hatte gestern einen durchwegs anstrengenden Tag: Frühstück mit Wolfgang im Westen Wiens, eine Office-Installation nicht viel weiter östlich, kein Mittagessen im Zentrum, dafür aber umso mehr Kindergespräche bis etwa 17:30 Uhr. Selbige wurden dann um etwa 20:15 Uhr bis 22:00 Uhr fortgesetzt und ein abschließend nimbuistisches Krügerl gab mir den Rest. Ich fiel einfach nur noch ins Bett.
Heute, aufgewacht: Erkältung! Aber was für eine. Dominiks Sonntagsarabeske folgt.

Sonntagsarabesken #25

Schuhe sind eine heikle Sache; wirklich. Sie haben eine Seele, davon ist auszugehen, vor allem in einer Stadt wie Rom. Hier ist vieles heilig, was sonst als unbelebt gilt. Bäume, Wege, Marmorblöcke und…