Atlas der Phantominseln #

Andrew Pekler, Flavio Gortana und Kiwi Menrath haben einen Atlas von Phantominseln (samt Informationen und einem Soundtrack zu jeder einzelnen von ihnen) online gestellt.

Phantom Islands are artifacts of the age of maritime discovery and colonial expansion. During centuries of ocean exploration these islands were sighted, charted, described and even explored – but their existence has never been ultimately verified. Poised somewhere between cartographical fact and maritime fiction, they haunted seafarers’ maps for hundreds of years, inspiring legends, fantasies, and counterfactual histories.

Es gibt zu jeder der Inseln kleine Infoboxen und was da steht, ist teilweise wüst. Bemerkenswert ist auch, wie lange diese Inseln in den diversen Weltkarten eingezeichnet wurden. #

Adak, die westlichste Siedlung der USA #

Wired hat eine (sehr kurze) Bildserie des Fotografen Ben Huff über Adak, die westlichste Siedlung der USA. Auf der ehemaligen, zu Zeiten des Kalten Kriegs geografisch interessanten Militärbasis auf den Aleuten, lebten einst bis zu 5.000 Menschen. Heute sind es gerade mal 300. Und ja, wie es sich für ein ordentliches US-Dorf gehört, gab es dort, 2.100 Kilometer südwestlich von Anchorage, dort, wo die Beringsee in den Pazifik mündet, einen McDonald’s.

Verlassene Militärstation auf einer Insel. Es war ja wohl klar, dass ich hier darüber berichten würde, oder?

Nachtrag am 12.2.2017: Der Herr Imrich hat mich darauf hingewiesen, dass sich in der Gegend der westlichste aber auch der östlichste Punkt der USA befindet. Da Adak schon nahe am 180°-Meridian liegt (und dieser West von Ost formal teilt), befindet sich der etwas westlicher gelegene „Pochnoi Point“ formal gesehen bereits im Osten – und ist damit der östlichste Punkt der USA. #

Es hilft, „HELP“ auf den Strand zu schreiben

Auch wenn das Foto, das in einem Tweet veröffentlicht wurde, und die dazugehörige Geschichte schon fast ein Jahr alt sind, ist immer noch gut zu wissen: Es hilft offenbar, „HELP“ auf einen Strand zu schreiben und darauf zu hoffen, dass jemand die Botschaft entdeckt und reagiert. Sieht man sich an, von welchem Account aus dieses Foto getwittert wurde, umso mehr.

In diesem Fall hatten Seeleute Schiffbruch erlitten und konnten sich auf eine unbewohnte Insel retten, bevor sie im Rahmen einer großflächigen Suchaktion nach 3 Tagen durch dieses Foto gefunden wurden. Die Sache ist also gut ausgegangen.

Was mich allerdings wundert: Warum haben die Seeleute „HELP“ und nicht „SOS“ geschrieben? (Das wäre ohne zu überlegen meine erste Wahl gewesen.) #

Leben auf der isoliertesten Insel der Welt

Die Insel Tristan da Cunha ist die isolierteste, bewohnte Insel der Welt. Sie liegt im Atlantik, der (aktive) Vulkan erstreckt sich mehr als 2.000 Meter hoch, und es gibt eine Siedlung, Edinburgh of the Seven Seas, die von 270 Einwohnern bewohnt wird.

Das Leben in der Siedlung scheint sehr ruhig zu sein. Auf die Frage, wie es sich anfühlt, in so einer kleinen Community zu leben, gibt ein Einwohner, der sein ganzes Leben auf der Insel verbracht hat, diese Antwort:

It’s a nice life […] Anyone on the island we’re calling brothers and sisters. […] We share and share alike. If they kill a oxen, they always slice it and give everybody some piece of beef, or mutton, or fish, anything. And, if anyone get in trouble, say, a roof of a house or… they’re here, they help you… And you can let the children go anywheres surround us. Anywheres. I mean anywheres.

We don’t bolt the door, we lock the door. When we go to the West, where our potatoe patches is, we leave our windows open on fine days. We leave our doors open. There’s no locks at all.

Einerseits klingt das sehr romantisch. Andererseits möchte ich auf dieser Insel keine Feinde haben oder in Ungnade fallen.

Geschichte des Midway-Atolls

Gebäude am Midway-Atoll - Foto: U.S. Fish and Wildlife Service.

So beginnen Geschichten, die zu fantastisch klingen, um wahr zu sein. Und doch…

a corporate conglomerate, intent on spanning vast gulfs of space, finds itself engineering an entire ecosystem into existence on a remote stopping-off point, turning bare rocks into an oasis, in order to ensure that its empire can expand. […] This could be the premise of a Hugo Award-winning interplanetary space opera—or it could be the real-life history of the Commercial Pacific Cable Company.

The Company was the first to lay a direct submarine cable from the United States to East Asia, but this required the use of a remote atoll, 1,300 miles northwest of Honolulu, called Midway […] At the time, however, there was barely anything more there than “low, sandy island[s] with little vegetation,” considered by the firm’s operations manager to be “unfit for human habitation.” The tiny islands—some stretches no more than sandbars—would have been impossible to use, let alone to settle. [So] the Cable Company and its island operations manager “initiated the long process of introducing hundreds of new species of flora and fauna to Midway.”

Das U.S. Fish & Wildlife Service hat ein paar Informationen mehr zum Terraformingprojekt der Pacific Cable Company und der Rolle des Midway-Atolls. Nicht viel, aber genug, um einen weiteren Reisewunsch auf meine Liste zu setzen. Deutlich mehr zum Thema, wenn auch noch lange nicht befriedigend, findet man auf einer Seite namens „Atlantic Cable„. Den ursprünglichen Hinweis auf all das habe ich im Bldgblog gefunden.

Ich belasse es bei diesem Hinweis auf mehr. Wer sich, wie ich, nahezu grundlos stundenlang mit Inseln und Atollen mitten im Pazifik beschäftigen kann, dem wünsche ich viel Vergnügen. #

Die größte Insel in einem See auf einer Insel in einem See auf einer Insel…

Die größte Insel der Welt ist Grönland (Dänemark).
Der größte See der Welt ist das Kaspische Meer.

Der größte See auf einer Insel ist der Nettilling Lake auf Baffin Island (Kanada).
Die größte Insel in einem See ist Manitoulin Island im Lake Huron (Kanada).

Die größte Insel in einem See auf einer Insel ist Pulau Samosir in Danau Toba auf Sumatera (Indonesien).
Der größte See auf einer Insel in einem See ist Lake Manitou auf Manitoulin Island im Lake Huron (Kanada).

Der größte See auf einer Insel in einem See auf einer Insel ist der Kratersee auf der Vulkaninsel des Taal im Taalsee auf der Insel Luzon (Philippinen).
Die größte Insel in einem See auf einer Insel in einem See ist eine Insel im Mindemoya-See auf Manitoulin im Lake Huron (Kanada).

Die größte Insel in einem See auf einer Insel in einem See auf einer Insel ist eine Insel in einem See auf Victoria Island (Kanada).

Mehr Wahnsinn gibt es hier. #