2005: kottke.org als Vollzeitjob

Jason Kottke hat seinen privaten Blog (kottke.org) vor 15 Jahren zu seinem Vollzeitjob gemacht. Der frische Wind, der den Staub in den Gängen althergebrachter Publikationsmöglichkeiten aufgewirbelt hat, hat sich längst wieder gelegt. Sehr persönliche (und deshalb umso interessantere) Blogs, die Beiträge als „personal emails to individual readers rather than as some sort of broadcast“ verstanden haben, sind kommerziellen, von Medienhäusern gestützten „Blogs“ gewichen. Weiterlesen

Über das Bloggen nach 20 Jahren #

Jason Kottkes kottke.org wird 20 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat Kottke Laura Hazard Owen vom Nieman Lab ein Interview gegeben, in dem sich die beiden über das Bloggen im Jahr 2018 unterhalten. Melancholie pur.

Was ich allerdings schade finde ist, dass das Interview sehr bald schon in eine Diskussion des finanziellen Aspekts des Bloggens kippt. Niemand von uns hat mit seinem oder ihrem Blog begonnen, um Geld damit zu verdienen. Es war Spaß, Zeitvertreib oder schlichtweg das Verlangen, mit Bekannten in Kontakt zu bleiben. Ich selbst habe wohl die ersten 300 Einträge hier auf meinem Blog mit einem intendierten Zielpublikum von vielleicht 50-60 Personen verfasst. Es war intim in der Wahrnehmung, wenn auch offen in der Wirkung. (Eigentlich ähnlich Twitter.)

Doch, wie auch immer, so ganz würde ich Blogs nicht abschreiben. Allein in den letzten paar Wochen sind zwei gewichtige Blogs entstanden oder wieder zum Leben geweckt worden: Einerseits bloggt nun Armin Wolf, andererseits hat Oliver Reichenstein (iA) so viele Blogbeiträge wie schon lange nicht mehr veröffentlicht. Kottke selbst hat zusätzlich zu seinem Blog mit Tim Carmody einen Newsletter herausgebracht und andere, wie zum Beispiel John Gruber von Daring Fireball tun weiter ohne Unterlass. Herrje, mein erster Blogbeitrag war irgendwann 2000 und mein Blog ist noch immer da!